Deutschland lässt die Menschen in Belarus nicht allein mit den Folgen der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl
Am 26.04.2005 wurde auch in Deutschland wieder des Reaktorunglücks von Tschernobyl
gedacht. Die Katastrophe brachte millionenfaches Leid über die Ukraine, Russland, vor allem
aber über Belarus. Ihre Langzeitfolgen sind so gravierend, dass sie effektiv nur im Rahmen
einer umfassenden und partnerschaftlichen internationalen Zusammenarbeit minimiert bzw.
beseitigt werden können.
Deutschland war unter den ersten, die den vom Reaktorunglück betroffenen Menschen Hilfe
leisteten Seither arbeiten die Bundesregierung, Landesregierungen, Kirchen, Stiftungen sowie
vor allem Hunderte deutscher Initiativen und Einzelpersonen aktiv in der humanitären
Zusammenarbeit mit Belarus. Die Zahl der Deutschen, die sich hier zugunsten der vom
Reaktorunglück Betroffenen in Belarus engagieren, geht in die Zehntausende. Sie alle
verstehen und zeigen durch ihren Einsatz, dass die Katastrophe nicht regional begrenzt ist,
sondern eine Herausforderung an alle Länder darstellt.
Das deutsch belarussische Regierungsmemorandum über die Förderung der Zusammenarbeit
zur Linderung der Folgen des Atomreaktorunglücks in Tschernobyl vom 3. März 1994 legte
den Grundstein für die Förderung durch öffentliche und private Initiativen aus Deutschland.
Ihre Arbeit umfasst ein breites Spektrum an Maßnahmen. Hierzu zählen Einladungen an
belarussische Kinder zu Erholungsaufenthalten und Behandlungen in Deutschland, Reisen
von Gasteltern, humanitäre Hilfstransporte, Lieferungen von Medikamenten und
Ultraschallgeräten, Radioaktivitätsmessungen, Unterstützung von Krankenhäusern und
medizinischen Behandlungszentren, Kinderheimen, Waisenhäusern, Behindertenheimen und
Schulen, den Bau von SOS-Kinderdörfern und von gesamten Wohnsiedlungen, ausgerüstet
mit einer für Belarus neuartigen Energiequelle - Windkraftanlagen - für Tschernobylgeschädigte
Familien bis hin zum Austausch von medizinischem Personal und
Bildungsprogrammen für Ärzte, Studenten und Wissenschaftler.
Die akkumulierte Summe der deutschen Unterstützungsleistungen aus öffentlichen und
privaten Mitteln seit 1986 wird auf über 360 Millionen EURO geschätzt. Hierin ist der
deutsche Anteil an Programmen Internationaler Organisationen wie der Vereinten Nationen
oder der Europäischen Union noch nicht eingerechnet. Allein im Jahre 2004 belief sich die
bilaterale deutsche Hilfe für Belarus bei der Überwindung der Folgen von Tschernobyl auf
rund 20 Millionen USD. Ca. 11.000 belarussischen Kindern wurde ein Erholungs- oder
Behandlungsaufenthalt in Deutschland ermöglicht. Der deutsche Staat fördert das
Engagement seiner Bürger gegenüber den Bürgern von Belarus z.B. durch
Steuererleichterungen für humanitäres Engagement in Belarus.
... (weiter lesen: im Anhang)
| zum Download | Größe |
|---|---|
| Tschernobyl05.pdf | 94.78 KB |
Der Klügere gibt nach? Der Klügere tritt in Vorleistung!! Wie klug ist die EU? Warum kann sie nicht einseitig die Visumspflicht für Belarussen abschaffen? Oder mindestens die Prozedur soweit vereinfachen und die Gebühren streichen, dass dies für Belarussen kein Reisehindernis mehr ist?
„bez vizy“ (ohne Visum) ist eine Kampagne verschiedener belarussischer NGOs, unterstützt u.a. auch durch die dbg