Weißrussland ist für die meisten ein unbekanntes, fernes Land, tatsächlich ein "weißer Fleck" auf der europäischen Landkarte. Nur hier und da sickert einmal etwas über diese "letzte Diktatur Europas" durch Nachrichten über Repressionen oder gefälschte Wahlen in unser Bewusstsein. Im Rahmen der KULTurtage soll neben den mit ihrem ironischen Blick so eigen die Wirklichkeit und das Leben in Weißrussland abbildenden Fotografien von Andrej Ljankewitsch ein vertiefender Einblick in die Strukturen und Möglichkeiten dieses Landes gegeben werden.
Programm der KULTurtage in Übersicht:
20. Februar 2009, 21.30 Uhr
Muzycna partyzantka - Film von Miros?aw Dembinski, ACUDgalerie, Eintritt 3
Euro
Der Film "Muzycna partyzantka" von Miros?aw Dembinski behandelt die kritische Musikszene in Weißrussland.
21. Februar 2009, 10:00-14:00
Workshop „Kulturelle Initiativen als Motoren sozialen Wandels in Belarus"(nicht-öffentlich, auf Einladung)
Ausgehend von der Präsentation der eigenen aktivistischen Perspektive und Tätigkeiten zu Belarus werden sich die Teilnehmer darüber austauschen, auf welche Weise kulturelle Initiativen soziale Wandlungsprozesse anregen und begleiten können. Gerade in Belarus
sollte dies abseits offener Politisierung und direkter Konfrontation mit der Staatsmacht geschehen. Zivile Strukturen können langfristig nur gestärkt werden, wenn die Ansprache relevanter Teile der Bevölkerung über deren Sprache und Thematiken gelingt. Unter Einbezug der Erfahrungen und Ziele der belarussischen Teilnehmer wollen wir klären, wo und wie diese Kommunikation nachhaltig verbessert werden
kann. Die international besetzte Gesprächsrunde soll nach Möglichkeit abschließend gemeinsame zukünftige Aktivitäten anregen und besprechen. Das Gespräch findet unter Anleitung eines Moderators statt und setzt auf den aktiven Beitrag jedes Teilnehmers im direkten und gleichberechtigten Austausch mit allen Anwesenden.
Teilnehmer: Andrej Ljankewitsch, Partner des Projektes, zusätzlich geladene (Kultur) Aktivisten
Moderator: Frank Burgdörfer (Citizens of Europe)
Konsekutive Übersetzung Deutsch-Belarussisch wird bereitgestellt.
21. Februar 2009, 17:00-19:00
Podiumsdiskussion "Belarus ‘Europas Tor nach Osten"
(öffentlich, Eintritt frei)
Die Podiumsdiskussion mit Vertretern aus Politik, Zivilgesellschaft und Kunst soll sich unter Einbezug der Ergebnisse des Workshops auf die Suche nach neuen Ansätzen im Umgang mit Belarus begeben: Welche Beschreibung trifft abseits des Stereotyps von der ?letzten Diktatur Europas? tatsächlich den gegenwärtigen Zustand des Landes? Welche
Probleme und Chancen böte ein potentieller Zusammenbruch bzw. eine langsame Öffnung des Regimes? Gibt es neben humanitären Anliegen überhaupt echte Anknüpfungspunkte für lohnende politische, ökonomische und gesellschaftliche Kooperationen? Inwieweit kann uns das Verständnis von Belarus im Umgang mit dessen ?großem Bruder? Russland behilflich sein? Welchen Beitrag können Kunst und Kultur zu diesem Verständnis und weiterer Annäherung leisten?
Diskutanten: Andrej Ljankewitsch, Ingo Petz (DBG; angefragt), N.N. RU/Osteuropa, N.N. Kultur
Moderator: Swen Steinberg (Impreuna; angefragt)
Konsekutive Übersetzung Deutsch-Belarussisch wird bereitgestellt.
21.Februar 2009, 19.30 Uhr
Künstlergespräch "Photographie und Diktatur" und Führung durch die Ausstellung mit Andrej Ljankewitsch und Harald Hauswald, ACUDgalerie, öffentlich, Eintritt
wird erhoben).
Was zeigt uns Andrej Ljankewitsch auf seinen Bildern? Was will er mit seinen Arbeiten ausdrücken, und auf welche Weise tut er das? Wie können wir die Ausstellung im Kontext der gesellschaftlichen Entwicklung verstehen? Fotografie kann ein Versuch sein die Wirklichkeit abzubilden, um sie dem selbst gestellten Anspruch des Regimes als Anklage oder Kritik entgegenzusetzen. Neben den Autoritäten und der Bevölkerung kommen natürlich auch andere Adressaten in Frage, zum Beispiel eine alternative Szene, politische Institutionen im Ausland oder auch der Kunstmarkt. Im Gespräch zwischen Andrej Ljankewitsch und Harald Hauswald (OSTKREUZ-Agentur der Fotografen), dessen Fotografien uns heute einen Blick auf die andere Seite der DDR und speziell Ostberlins in den 1980er Jahren erlauben, werden wir versuchen, hinter die filmische Oberfläche der ausgestellten Bilder zu gelangen und Andrejs Belarus zu betreten.
Teilnehmer: Andrej Ljankewitsch, Harald Hauswald
Gesprächsführung: Yvonne Most/Gert Röhrborn
Konsekutive Übersetzung Deutsch-Belarussisch wird bereitgestellt.
21. Februar 2009 ab 22.00 Uhr
Party in der ACUDkantina mit osteuropäischer Musik, Eintritt 5 Euro
22. Februar 2009, 20.00 Uhr
„Liebe mich auf weißrussisch!" - Lesung von Valeryja Kustava, ACUDgalerie, Eintritt 3 Euro
Literarisch-kulinarischer Abend mit Valeryja Kustava (Valiaryna, Jg. 1985) das verrückte Kind der belarussischen Literaturszene (erste Gedichtauswahl 1992 in der Zeitschrift "Die Birke"/erste Gedichtsammlung ‘Das Blut der Welt" im Alter von 11 Jahren veröffentlicht).
Die Autorin erzählt nicht nur über ihren künstlerischen Weg und die kulturelle Situation im Lande, sondern vermittelt mit Hilfe eigener Texte und kulinarischer Leckerbissen auch eine Beziehung zwischen der weißrussischen und der deutschen Kultur.
Konsekutive Übersetzung Deutsch-Belarussisch wird bereitgestellt.
Abschlussveranstaltung
Sonntag, 1.3.
15:00 Finissage
22:00 Musik: Party mit ?Flaus&Klein? (Navapolack)
Mehrfach preisgekrönte belarussische Band präsentiert mit eindrucksvollem Bühnenprogramm ihre britisch beeinflusste Interpretation psychedelischen Rocks.
Der Festivalpass kostet 8 Euro.
Focus on Belarus ist ein Projekt von Citizens of Europe e.V. und Kalegium Pinsk mit der ACUDgalerie im Kunstverein ACUD e.V. Gefördert wird das Projekt von dem Kontaktprogramm Belarus der Robert-Bosch-Stiftung/DGO, Impreuna e.V., DGB, Reporter ohne Grenzen sowie Amnesty International.
Weitere Informationen unter
http://projects.citizens-of-europe.eu/artinterventions/?page_id=29
www.citizens-of-europe.eu
Der Klügere gibt nach? Der Klügere tritt in Vorleistung!! Wie klug ist die EU? Warum kann sie nicht einseitig die Visumspflicht für Belarussen abschaffen? Oder mindestens die Prozedur soweit vereinfachen und die Gebühren streichen, dass dies für Belarussen kein Reisehindernis mehr ist?
„bez vizy“ (ohne Visum) ist eine Kampagne verschiedener belarussischer NGOs, unterstützt u.a. auch durch die dbg
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