Die Heinrich-Böll-Stiftung Brandenburg lädt interessierte Studenten und Studentinnen ein, mit ehemaligen ZwangsarbeiterInnen aus Belarus und Polen ins Gespräch zu kommen, die sich zu Zeiten des Dritten Reichs in der Gegend um Michendorf, Beelitz und Wilhelmshorst aufhielten.
Im Nationalsozialismus mussten seit 1939 bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges rund 8,4 Millionen zivile ausländische
Zwangsarbeiter und 4,5 Millionen Kriegsgefangene Sklaven- und Zwangsarbeit in Konzentrations- und Arbeitslagern, anderen
Haftstätten, in der Industrie und Landwirtschaft oder auch in der Verwaltung leisten. 70 Lager existierten allein in Potsdam, etwa 15.000 Zwangsarbeiter und Zwangsarbeiterinnen mussten hier unter unwürdigen Bedingungen schwere Tätigkeiten verrichten, um die Kriegswirtschaft des Dritten Reiches am Laufen zu halten. 65 Potsdamer Firmen und Institutionen haben nachweislich Zwangsarbeiter und -arbeiterinnen beschäftigt.
'Geschichte ein Gesicht geben' ist ein gemeinsames Projekt des Vereins Jugend und Sozialarbeit e.V., der Heinrich-Böll-Stiftung, der Stiftung 'Erinnerung, Verantwortung, Zukunft' und engagierten Mitgliedern der Brandenburger Orte Michendorf und Wilhelmshorst, die acht ehemalige ZwangsarbeiterInnen mit Familienangehörigen an ihre früheren Einsatzorte einladen. In der Zeit vom 15. bis zum 22. Mai 2010 bietet sich jungen Studenten und Studentinnen die seltene Gelegenheit, mit Zeitzeugen ins Gespräch zu kommen.
Wie haben sie als Verschleppte ihre Zeit der Zwangsarbeit in Brandenburg erlebt? Wie empfinden sie ihre Rückkehr an ehemalige Einsatzorte? Welche Bündnisse können wir knüpfen, um das Thema im kollektiven Gedächtnis zu verankern? Unsere Gäste werden zwischen 80 und 90 Jahren alt sein. Ihre Muttersprachen sind polnisch, belarussisch und russisch. Die Begegnungen werden durch Dolmetscher konsekutiv übersetzt.
Das Projekt bietet StudentInnen die Möglichkeit, mehr über Zwangsarbeit im Nationalsozialismus zu erfahren. Besonders
interessierte Studierende aus Belarus oder Polen sind eingeladen, an Informationsveranstaltungen teilzunehmen, um sich mit ihren Landsleuten über die jeweiligen Erfahrungen in Deutschland auszutauschen. Die Gespräche sollen in einem informellen Rahmen in der genannten Woche stattfinden, genaue Termine stehen noch nicht fest, Eigeninitiative ist sehr erwünscht.
Bei Interesse melden Sie sich bitte bei der Heinrich-Böll-Stiftung Brandenburg
Dortustr. 52
14467 Potsdam
Stephanie Blohm: organisation(at)boell-brandenburg.de oder 0331-200578-16
Der Klügere gibt nach? Der Klügere tritt in Vorleistung!! Wie klug ist die EU? Warum kann sie nicht einseitig die Visumspflicht für Belarussen abschaffen? Oder mindestens die Prozedur soweit vereinfachen und die Gebühren streichen, dass dies für Belarussen kein Reisehindernis mehr ist?
„bez vizy“ (ohne Visum) ist eine Kampagne verschiedener belarussischer NGOs, unterstützt u.a. auch durch die dbg
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