Skip to content

Abendgespräch „Im Wandel der Zeit: 25 Jahre diplomatische Beziehungen Deutschland - Belarus“

Am 5. April hat die deutsch-belarussische gesellschaft e.V. einen Diskussionsabend in Berlin zum Thema 25 Jahre diplomatischer Beziehungen zwischen Deutschland und Belarus durchgeführt. Ehemalige Botschafter in Belarus - Dr. Horst Winkelmann (1998-2001), Dr. Martin Hecker (2004-2007) und Wolfram Maas (2012-2015) -haben über Ihre Zeit auf Posten in Minsk reflektiert und die aktuellen Entwicklungen in deutsch-belarussischen Beziehungen bewertet. Die Moderation übernahm Prof. Dr. Rainer Lindner, Vorsitzender der deutsch-belarussischen gesellschaft e.V. / des Minsk Forums. Über 50 Gäste aus Deutschland und Belarus besuchten den Veranstaltungsort – das Brandenburger Tor Museum – THE GATE.

Angefangen hat der Abend mit der Vorführung eines 20-minütigen Multimedia-Shows vom Museum, das die Berliner Geschichte der vergangenen 300 Jahre darstellte – damit wurden bereits erste thematischen Synergien für die Diskussion geschaffen.

Die Komplexität der Beziehungsgeschichte spiegelte sich in den zahlreichen Erinnerungen der Botschafter a.D. Von der Aufnahme diplomatischer Beziehungen und einer Kooperation mit der Regierung bis zur Kontaktsperre auf hoher Ebene und Sanktionen, von den ersten Schritten der Zusammenarbeit in Bereichen Kultur, Umwelt und Soziales bis zur gemeinsamen Aufklärungsarbeit und Versöhnung, von der restriktiven Visapolitik bis zur Förderung zwischenmenschlicher Kontakte und Erarbeitung eines positiven Bildes von Belarus im Westen – all das kam während der 2-Stündigen Diskussion zu Wort. Prof. Lindner fragte nach Licht und Schatten in den Beziehungen und erinnerte u.a. gemeinsam mit Botschafter Winkelmann an die Drozdy-Affaire 1999 sowie an das Schicksal von Viktor Gonchar und den anderen drei Verschwundenen wenige Jahre später. Auch an die Vertreibung der EHU aus Belarus erinnerten die Diskussionsteilnehmer. Dies sei auch heute nicht hinnehmbar.

Die schönsten Erinnerungen aus Ihrer Amtszeit haben die eingeladenen Gäste ebenfalls erwähnt – darunter waren u.a. Kulturaustausch, Engagement für die Geschichtswerkstatt in Minsk sowie Übersetzung deutscher Literaturwerke in belarussische Sprache.

Im Einen waren sich die ehemaligen Botschafter einig: Es gibt keinen Raum für Druck und Ausgrenzung – anstatt dessen soll ein kritischer Dialog und eine nachbarschaftsfreundliche und für alle Akteure offene Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Belarus unterstützt werden.

Auch der Botschafter der Republik Belarus in Berlin, S.E. Denis Sidorenko, der ebenfalls als Gast präsent war, äußerte seine Hoffnung, dass das Potenzial der Zusammenarbeit zwischen beiden Ländern trotz mehrerer Schwierigkeiten und Herausforderungen weiterentwickelt werden kann.

 

 

11. April 2017

AdaptiveThemes