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Die Jubiläumkonferenz "Minsk Forum XV" fand vom 16. -18. November 2017 in Minsk statt

GERMAN VERSION:

Sehr geehrte Damen und Herren,

liebe Mitglieder der deutsch-belarussischen gesellschaft e.V., das „Minsk Forum“ zum Thema „Belarus, Deutschland und EU: Östliche Partnerschaft, Zivilgesellschaft und Wirtschaftsbeziehungen“ fand nun zum fünfzehnten Mal vom 16. bis 18. November 2017 in Minsk statt.

Ich darf Ihnen sagen, dass wir mit dem Forum in diesem Jahr erneut an der Geschichte der deutsch-belarussischen Beziehungen mitgeschrieben haben.

Der erste offizielle bilaterale Besuch eines deutschen Außenministers seit 22 Jahren in Belarus ist eine wichtige Zäsur. Die Teilnahme von Vizekanzler und Bundesaußenminister Sigmar Gabriel (Rede von BM Gabriel, Minsk Forum XV) und seines Amtskollegen, Wladimir Makei (Rede von Außenminister Makei, Minsk Forum XV), Außenminister der Republik Belarus, am „Minsk Forum XV“ waren für unsere Gesellschaft und das Forum eine große Ehre.

Mehr als 300 hochrangige Gäste, unter anderem Politiker, Diplomaten, Experten und NGO-Vertreter aus Belarus, Deutschland und anderen EU-Staaten trafen sich letzte Woche in der belarussischen Hauptstadt auf Einladung der deutsch-belarussischen gesellschaft (dbg) e.V., um über aktuelle politische, wirtschaftliche und soziale Themen sowie über neueste Nachrichten aus Belarus zu diskutieren.

Das „Minsk Forum“ feierte in diesem Jahr sein 20-jähriges Jubiläum. Seit seiner Gründung im Jahr 1997 gilt das Forum als eine einzigartige offene Plattform für den Meinungs- und Ideenaustausch u.a. für die Opposition und Regierung. Außerdem spielte das „Minsk Forum“ die Rolle einer der wenigen verfügbaren Dialogplattformen für Experten, Diplomaten und Unternehmer in Zeiten des diplomatischen Stillstandes der deutsch-belarussischen Beziehungen. Symbolisch fand das diesjährige Forum im Jahr des 25. Jubiläums der Wiederaufnahme der diplomatischen Beziehungen zwischen Belarus und Deutschland statt.

In diesem Jahr widmeten sich die Inhalte der Panels insbesondere aktuellen Themen wie (1) Beziehungen zwischen Belarus und der EU; (2) Belarussische Modernisierung im digitalen Zeitalter; (3) Potenzial von nationalen und regionalen Kooperationen; (4) Belarussische Wirtschaft in der Globalisierung; und (5) der Bilanz der 20-jährigen Existenz des „Minsk Forum“.

Zahlreiche Rednern trafen sich in Minsk, um von ihrer Expertise zu berichten, unter vielen anderen beispielsweise Andrea Wiktorin, Leiterin der EU-Vertretung in der Republik Belarus; Dr. Hans-Peter Hinrichsen, Leiter des Referats für Russland, Belarus, Moldau und Östliche Partnerschaft, Auswärtiges Amt, Berlin; Oliver Kaczmarek, MdB, SPD-Fraktion / Stv. Vorsitzender der deutsch-belarussischen gesellschaft e.V.; Dr. Valery Varanecky, Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses der Repräsentantenkammer der Nationalversammlung der Republik Belarus, Minsk; Hanna Kanapackaya, Ausschuss für Wirtschaftspolitik, Repräsentantenkammer der Nationalversammlung der Republik Belarus; Anna Varyanik, Legal Affairs Officer, Accesions Division, Welthandelsorganisation (WTO), oder Taciana Karatkevich, Co-Vorsitzende, Bewegung „Sag die Wahrheit“.

Vor den Teilnehmenden wies Außenminister Makei auf die Rolle Deutschlands bei der Normalisierung der Beziehungen zwischen Belarus und der EU hin. Vizekanzler Gabriel bezeichnete die deutsch-belarussische Beziehungen als „Wunder“, die trotz der schwerwiegenden Folgen des Zweiten Weltkrieges weiterhin bestehen und sich zur Freundschaft entwickelt haben. Zudem unterstrich Gabriel die Wichtigkeit von Belarus als einen zuverlässigen Partner der EU bei der Sicherung der EU-Außengrenze und der Rolle des wichtigen Verhandlungsortes in Zeiten des Konflikts zwischen der Ukraine und Russland.

Darüber hinaus sprach im Rahmen einer Videobotschaft zu den Teilnehmenden des „Minsk Forum“ Helga Schmid, Generalsekretärin des Europäischen Auswärtigen Dienstes, in der sie betonte, dass die EU an der Visafreiheit für Belarus interessiert sei und sich dafür einsetzen wird.

Als Gründer und Vorsitzende des „Minsk Forum“ sehe ich in den Diskussionen des diesjährigen Forums sowie an dem Interesse der hochrangigen Politiker eine positive Tendenz zur Verbesserung und Stärkung der Beziehungen zwischen Belarus, Deutschland und der EU. Wie in jedem Jahr haben wir auch auf die Schattenseiten hingewiesen, auf die Defizite in der politischen Kultur und der Teilhabe am politischen Entscheidungsprozess in Belarus. Das haben die Vertreter der Opposition und der Zivilgesellschaft auch deutlich angesprochen.

Fünf wichtige Ergebnisse sind festzuhalten. 1.) Auf dem „Minsk Forum XV“ wurde von der WTO erstmals öffentlich vom positiven Verlauf der Beitrittsgespräche mit Belarus berichtet. Ich rechne hier mit einem Abschluss der Verhandlungen in den kommenden zwei Jahren. 2.) Es wurde sowohl von der EU wie auch von Vertretern der Bundesregierung wie auch von Belarus selbst der Wunsch nach einem Grundlagenvertrag zwischen der EU und Belarus geäußert. 3.) Die Mitgliedschaft von Belarus im Europarat wurde von mehreren offiziellen Vertretern beider Seiten als Ziel der kommenden Jahre formuliert. Hier wurden von der EU zugleich auf die Kriterien erwiesen, die dafür zu erfüllen seien. 4.) Außenminister Makei hat darauf verwiesen, dass er gern konstruktive Beiträge aus der belarussischen Experten- und Zivilgesellschaft in den notwendigen Reformdiskussionen einbeziehen möchte.  5.) In den Bereichen der Wirtschaft wurde auf neue Projekte im Bereich Digitalisierung und der Kooperationen zwischen deutschen und belarussischen Unternehmen verwiesen. Diese werden u.a. in Zusammenarbeit mit dem Technologiepark „Great Stone“ bei Minsk umgesetzt.

Ich danke nochmals allen Teilnehmern für die Beiträge und den konstruktiven Dialog.

Mit besten Grüßen

Prof. Dr. Rainer Lindner, Vorsitzender der dbg / des Minsk Forums

 

ENGLISH VERSION:

The anniversary conference "Minsk Forum XV" took place from 16 -18 November 2017 in Minsk 

Dear Sir/Madame,

the “Minsk Forum” on the topic “Belarus, Germany and the EU: Eastern Partnership, Civil Society and Economic Relations" took place for the fifteenth time on 16-18 November in Minsk. On behalf of the board of the German-Belarusian Society I would like to thank you for your engagement and interest.

I am happy to say that with this year's Forum we have once again contributed to the history of German-Belarusian relations. The first official bilateral visit of a German Minister of Foreign Affairs in Belarus in the past 22 years is an important turning point. The participation of the Vice-Chancellor and Federal Foreign Minister Sigmar Gabriel (speech of Sigmar Gabriel) and his colleague Vladimir Makei (speech of Vladimir Makei), the Minister of Foreign Affairs of the Republic of Belarus, in the "Minsk Forum XV" was a great honor for our organisation and for the Forum. 

More than 300 high-ranking guests, including politicians, diplomats, experts and representatives of NGOs from Belarus, Germany and other EU-states were invited by the German-Belarusian Society (dbg) to the Belarusian capital to discuss current political, economic and social issues as well as the latest news from Belarus.

The “Minsk Forum” celebrated its 20th anniversary this year. Since its founding in 1997, the international conference has been a unique open platform for exchange of opinions and ideas amongst others for the opposition and government representatives. In addition, the "Minsk Forum" has served as one of the few available platforms for dialogue between experts, diplomats and businessmen in times of a diplomatic standstill in the German-Belarusian relations. Symbolically, this year's Forum took place in the year of the 25th anniversary of the resumption of diplomatic relations between Belarus and Germany.

This year’s panels were devoted to current issues such as (1) Belarus-EU relations; (2) Belarusian modernisation in the digital age; (3) Potential for national and regional cooperation; (4) Belarusian economy in the globalised world; and (5) Résumé of the 20th anniversary of the “Minsk Forum”.

A wide range of speakers met in Minsk to share their expertise and opinions, among others Andrea Wiktorin, Head of the Delegation of the European Union to the Republic of Belarus; Dr. Hans-Peter Hinrichsen, Head of Unit for Russia, Belarus, Moldova and Eastern Partnership, German Federal Foreign Office; Oliver Kaczmarek, Member of the German Bundestag / Co-Chairman of the German-Belarusian Society (dbg); Dr. Valery Varanecky,  Chairman of the Foreign Affairs Committee of the Representative Chamber of the National Assembly of the Republic of Belarus; Hanna Kanapackaya, Committee for Economic Policy, House of Representatives of the National Assembly of the Republic of Belarus; Anna Varyanik, Legal Affairs Officer, Accesions Division, World Trade Organisation (WTO) and Taciana Karatkevich, Co-Chairwoman, Movement „Tell the Truth“.  

In front of the participants, the Minister of Foreign Affairs of Belarus, Vladimir Makei, pointed out the role of Germany in the normalisation of relations between Belarus and the EU. The Vice-Chancellor of Germany, Sigmar Gabriel, described the German-Belarusian relations as a "miracle" that persist despite the severe consequences of the Second World War and have developed into a friendship. In addition, Gabriel underlined the importance of Belarus as a reliable partner of the EU in securing its external borders as well as its role as a substantial venue for negotiations in times of a conflict between the Ukraine and Russia.

Furthermore, Helga Schmid, Secretary General of European External Action Service, spoke to the participants of the “Minsk Forum XV” in a video message in which she emphasized the interest of the EU in the introduction of a visa-free regime for Belarus.

As a founder and chairman of the "Minsk Forum", I see in the discussions of this year's Forum as well as in the interest of high-ranking politicians a positive tendency to the improvement and strengthening of relations between Belarus, Germany and the EU. As it happens every year, we have also highlighted the darker sides, such as the shortcomings in the political culture as well as in the involvement in the political decision-making process in Belarus. The representatives of the opposition and civil society have clearly addressed these issues.

Five important results are to be noted. 1.) At the "Minsk Forum XV", the WTO publicly reported for the first time on the positive progress of the accession talks with Belarus. I expect a conclusion of the negotiations in the next two years. 2.) Both the EU and the representatives of the German Federal Government and that of Belarus expressed the wish for a basic agreement between the EU and Belarus. 3.) The membership of Belarus in the Council of Europe was formulated by several official representatives of both sides as the goal for the upcoming years. At the same time, the EU set out the criteria that had to be met. 4.) The Minister of Foreign Affairs Makei has pointed out that he would like to include constructive contributions from the Belarusian expert and civil society in the necessary reform discussions. 5.) In the area of economy there were references to new projects in the field of digitisation and cooperation between German and Belarusian companies. These are being implemented within the technology park "The Great Stone" near Minsk.

Once again I thank all participants for their contribution and constructive dialogue.

Sincerely,

Prof. Dr. Rainer Lindner, Chairman dbg / Minsk Forum

 

Programme Minsk Forum XV

Conference report Minsk Forum XV (in German)

Media review Minsk Forum XV

Photos Minsk Forum XV (in Facebook)

Photos Minsk Forum XV

#MinskForum_XV auf Twitter

23. November 2017 in Projekte, Veranstaltungen der dbg, Minsk Forum

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