Veranstaltungsreihe „Partisanen, Punks und Paranoia: Belarussische Kultur entdecken“

Veranstaltungseinladung

Herbst 2014, Berlin

Die Veranstaltungsreihe fand in Berlin zwischen dem 30. September und dem 14. Oktober statt und wurde vom damaligen dbg-Vorstandsmitglied Ingo Petz gestaltet. 

Bei der Eröffnungsveranstaltung erläuterten der Künstler aus Belarus, Artur Klinau, und die Chefredakteurin der Kunstzeitschrift „pARTizan“, Tazjana Arzimowitsch, den Gästen das Kunstkonzept der zeitgenössischen Untergrundkultur und das Konzept des belarussischen Kulturpartisanen.

Die zweite Veranstaltung bestritt der bekannte belarussische Rockmusiker Ljawon Wolski, der mehrere Jahre lang in seiner Heimat aufgrund seiner offenen kritischen Haltung gegenüber dem Regime des Präsidenten Aljaksandr Lukaschenka Auftrittsverbot hatte. In einem akustischen Programm bot Wolski, dessen Lieder in Belarus Hymnen der Freidenkenden sind, einen fulminanten Querschnitt seines Schaffens aus drei Jahrzehnten.

Bei der dritten Veranstaltung ging es zurück in die Geburtsstunde der modernen belarussischen Literatur - in das Jahr 1919, als der Schriftsteller Maxim Harezki seinen Roman „Zwei Seelen“ veröffentlichte. In dem Buch, das zu den Schlüsselwerken der belarussischen Moderne gezählt wird, erzählt Harezki die Geschichte eines jungen Adligen, der sich hin- und hergerissen zeigt – zwischen der aufkommenden belarussischen Nationalbewegung und der aus Russland kommenden bolschewistischen Revolution. Die Lesung einiger Auszüge aus dem Roman übernahm an diesem Abend die bekannte Berliner Schriftstellerin Iris Hanika („Treffen sich Zwei“).

Bei der letzten Veranstaltung trafen die Zuhör*innen auf den Schriftsteller Marzinowitsch, der in Belarus zu den bekanntesten Autoren seiner Generation gehört. Er stellte seinen Roman „Paranoia“ vor, mit dem er 2009 in Belarus debütierte und der kurz nach seinem Erscheinen verboten wurde.

Alle vier Veranstaltungen waren sehr gut besucht. Mit diesen Veranstaltungen konnten wir jenseits der üblichen politischen Diskussionen um Belarus den Fokus auf eine starke zeitgenössische Kultur richten.

Die Veranstaltungsreihe wurde in Kooperation mit der Deutschen Gesellschaft für Osteuropakunde (DGO), dem Kulturportal literabel.de und dem Club der Polnischen Versager organisiert.