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	<title>Aktuelles &#8211; deutsch-belarusische gesellschaft e.V.</title>
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	<title>Aktuelles &#8211; deutsch-belarusische gesellschaft e.V.</title>
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	<item>
		<title>In memoriam Aliaksandr Milinkievič</title>
		<link>https://www.dbg-online.org/aktuelles/in-memoriam-aliaksandr-milinkievic/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Aleś Čajčyc]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 11 Aug 2026 17:01:22 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Hrodna]]></category>
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					<description><![CDATA[Milinkievič stand für eine sachliche und dialogorientierte Form politischer Führung]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Die deutsch-belarusische gesellschaft trauert um Aliaksandr Milinkievič, der am 11. August 2026 im Alter von 79 Jahren verstorben ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Milinkievič gehörte zu den prägenden Persönlichkeiten der demokratischen Bewegung in Belarus. Als Wissenschaftler und Hochschullehrer setzte er sich für ein souveränes, demokratisches Belarus ein, das seinen Platz in Europa findet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sein politisches Engagement begann auf kommunaler Ebene: Von 1990 bis 1996 war Milinkievič stellvertretender Bürgermeister von Hrodna. Er war unter anderem für Bildung, Kultur, Jugend, Gesundheitswesen und internationale Beziehungen zuständig und engagierte sich zugleich für den Erhalt des historischen Erbes der Stadt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">International bekannt wurde Milinkievič im Vorfeld der Präsidentschaftswahl 2006. Die demokratischen Kräfte wählten ihn zu ihrem gemeinsamen Kandidaten. Seine Kandidatur stand für den Versuch, die unterschiedlichen politischen und gesellschaftlichen Kräfte der Opposition zusammenzuführen und einen friedlichen politischen Wandel zu erreichen. Nach der manipulierten Wahl wurde er zu einer der international bekanntesten Stimmen der belarusischen Demokratiebewegung. 2006 erhielt er den Sacharow-Preis des Europäischen Parlaments für die Freiheit des Geistes. Auch in den folgenden Jahren blieb er ein wichtiger Vertreter der demokratischen Bewegung, unter anderem als Berater von Sviatlana Tsikhanouskaya.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Milinkievič stand für eine sachliche und dialogorientierte Form politischer Führung. Als Pädagoge und Intellektueller betonte er die Bedeutung von Bildung, Zivilgesellschaft sowie der Auseinandersetzung mit der eigenen Geschichte und Kultur.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aliaksandr Milinkievič hat den politischen Wandel, für den er sich über Jahrzehnte eingesetzt hat, nicht mehr erlebt. Sein Beitrag zur demokratischen Bewegung und zur europäischen Perspektive Belarus’ bleibt jedoch Teil ihrer Geschichte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die deutsch-belarusische gesellschaft spricht seiner Familie, seinen Freunden und politischen Weggefährten ihr herzliches Beileid aus.</p>
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			</item>
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		<title>Minsk Forum 2026: Save the Date!</title>
		<link>https://www.dbg-online.org/aktuelles/minsk-forum-2026-save-the-date/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Minsk Forum]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 08 Aug 2026 09:44:03 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Minsk Forum XXIII]]></category>
		<category><![CDATA[Minsk Forum]]></category>
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					<description><![CDATA[In diesem Jahr verbindet das Forum Veranstaltungen in Warschau und Brüssel (26.–27. Oktober) mit der Abschlusskonferenz und weiteren Veranstaltungen in Berlin (10.–11. Dezember)]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Das XXIII. Minsk Forum findet von September bis Dezember 2026 statt. In diesem Jahr verbindet das Forum eine Reihe von Veranstaltungen in Warschau und Brüssel (26.–27. Oktober) mit der Abschlusskonferenz und weiteren Veranstaltungen in Berlin (10.–11. Dezember).</p>



<p class="wp-block-paragraph">Seit 1997 bietet das Minsk Forum Vertretern aus Wissenschaft, Kultur, Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft aus Belarus, Deutschland und anderen europäischen Nachbarländern Raum für den Austausch und die Diskussion über Themen rund um Belarus.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Forum wird von der deutsch-belarusischen gesellschaft (dbg e. V.) organisiert. In diesem Jahr wird es vom Auswärtigen Amt, dem German Marshall Fund of the United States (GMF) und der Stiftung für die deutsch-polnische Zusammenarbeit unterstützt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Die erste Veranstaltung des diesjährigen Forums findet am 22. und 23. September 2026 in Warschau statt.</strong> Zu den vorgesehenen Diskussionsthemen gehören:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>&#8211; Rechtsdokumente der belarusischen Diaspora und ihr Status in den Aufnahmeländern</li>



<li>&#8211; Das Lubliner Dreieck und seine Bedeutung für ein demokratisches Belarus</li>



<li>&#8211; Die demokratischen Kräfte von Belarus und ihre Strukturen im Exil – Kritik und Perspektiven für die Zukunft sowie die Rolle europäischer Unterstützer und Staaten</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<p class="wp-block-paragraph">Weitere Informationen zum Veranstaltungsort, zu den Formaten und zum Bewerbungsverfahren werden in den kommenden Wochen veröffentlicht. Die Zahl der Teilnehmer wird entsprechend den Kapazitäten der jeweiligen Veranstaltungsorte begrenzt sein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Programm wird in Kürze auf unserer Website veröffentlicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bei weiteren Fragen wenden Sie sich bitte an das Projektteam des Minsk Forums in Berlin unter <a href="mailto&#58;&#105;&#110;&#102;&#111;&#46;&#100;&#x62;&#x67;&#x2e;&#x65;&#x76;&#x40;&#x67;&#x6d;&#x61;&#x69;&#x6c;&#x2e;com">in&#102;&#111;&#46;&#x64;&#x62;&#x67;&#x2e;ev&#64;&#103;&#109;&#x61;&#x69;&#x6c;&#x2e;co&#109;</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>85 Jahre deutscher Überfall auf die Sowjetunion: Erinnerung an die Opfer in Belarus</title>
		<link>https://www.dbg-online.org/aktuelles/belarus/85-jahre-deutscher-ueberfall-auf-die-sowjetunion-erinnerung-an-die-opfer-in-belarus/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Aleś Čajčyc]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 22 Jun 2026 04:40:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Belarus]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
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					<description><![CDATA[Mehr als ein Viertel der Bevölkerung des Landes kam im Krieg ums Leben. Nur wenige europäische Länder mussten vergleichbare Verluste erleiden]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Am 22. Juni 1941 begann mit dem deutschen Überfall auf die Sowjetunion einer der verheerendsten Abschnitte des Zweiten Weltkriegs. Für Belarus markierte dieser Tag den Beginn von mehr als drei Jahren deutscher Besatzung, Terrorherrschaft und beispielloser Zerstörung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Belarus war unter den ersten Regionen der Sowjetunion, die in großem Umfang von den deutschen Truppen besetzt wurden. Was folgte, war eine Katastrophe historischen Ausmaßes. Mehr als ein Viertel der Bevölkerung des Landes kam im Krieg ums Leben. Nur wenige europäische Länder mussten vergleichbare Verluste erleiden. Tausende Dörfer wurden zerstört, ganze Landstriche verwüstet, Hunderttausende Menschen verschleppt oder ermordet. Besonders schwer traf die deutsche Besatzung die jüdische Bevölkerung des Landes. Die über Jahrhunderte gewachsene jüdische Kultur und Gemeinschaft Belarus’ wurde nahezu vollständig vernichtet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der deutsche Vernichtungskrieg hinterließ tiefe Wunden, die bis heute nachwirken. Die Erinnerung an die Opfer verpflichtet uns, die historischen Tatsachen zu benennen und die Verantwortung Deutschlands anzuerkennen. Wie die deutsch-belarusische gesellschaft bereits anlässlich des 80. Jahrestages der Befreiung von Belarus erklärte: „Die Bürgerinnen und Bürger der Bundesrepublik Deutschland stehen in der bleibenden Verantwortung für die Folgen dieser von Deutschen in unserem Nachbarland begangenen Verbrechen.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gleichzeitig gehört zur historischen Wahrheit auch, dass die Befreiung von der deutschen Besatzung dem Land keine Freiheit brachte. Nach dem Ende des Krieges blieb Belarus Teil der Sowjetunion und damit eines Systems, das politische Repression, Zensur und die Unterdrückung nationaler Eigenständigkeit fortsetzte. Die Erinnerung an den Krieg wurde über Jahrzehnte von den sowjetischen Machthabern instrumentalisiert. Bis heute missbrauchen die Regime von Aliaksandr Lukaschenka und Wladimir Putin die Geschichte des Zweiten Weltkriegs und den Mythos des „Großen Vaterländischen Krieges“, um autoritäre Herrschaft zu legitimieren, Feindbilder zu schaffen und Misstrauen gegenüber den demokratischen Staaten Europas zu schüren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gerade deshalb ist eine verantwortungsvolle Erinnerungskultur wichtig. Sie darf weder die Verbrechen des Nationalsozialismus relativieren noch die spätere Unterdrückung durch das sowjetische System verschweigen. Sie muss den Menschen und ihrem Schicksal gerecht werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für die deutsch-belarusische gesellschaft bleibt die Erinnerung an den 22. Juni 1941 daher untrennbar mit einer Verantwortung für die Gegenwart verbunden. Aus dem Bewusstsein der historischen Schuld erwächst die Verpflichtung, Belarus auf seinem Weg zu Freiheit, Demokratie und europäischer Integration zu unterstützen. Wir erinnern an die Millionen Opfer des Krieges und bekräftigen unsere Überzeugung, dass Belarus seinen Platz als freies, demokratisches und europäisches Land einnehmen wird.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Vasil Bykaŭ – ein großer belarusischer Schriftsteller, dessen Leben auch mit Deutschland verbunden war</title>
		<link>https://www.dbg-online.org/belarusen-in-deutschland/vasil-bykau-ein-grosser-belarusischer-schriftsteller-dessen-leben-auch-mit-deutschland-verbunden-war/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Aleś Čajčyc]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 19 Jun 2026 03:04:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Belarusen in Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[Belarus]]></category>
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					<description><![CDATA[Er verkörpert die Entwicklung eines Landes, das sich im Laufe des 20. Jahrhunderts zwischen Diktatur und Freiheit, Anpassung und Selbstbehauptung bewegte]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Am 19. Juni 1924 wurde Vasil Bykaŭ geboren – der wohl bedeutendste belarusische Schriftsteller der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts und eine der prägenden Persönlichkeiten der modernen belarusischen Geschichte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bykaŭ wurde im Dorf Byčki im Gebiet Viciebsk geboren und gehörte jener Generation an, deren Leben durch den Zweiten Weltkrieg grundlegend geprägt wurde. Als junger Mann kämpfte er in der Roten Armee. Die Erfahrungen des Krieges wurden später zum zentralen Thema seines literarischen Schaffens.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit Werken wie &#8222;Alpenballade&#8220;, &#8222;Sotnikaŭ&#8220; oder &#8222;Obelisk&#8220; erlangte Bykaŭ internationale Bekanntheit. Als einer der führenden Schriftsteller der Belarussischen SSR gehörte er zwar zum offiziellen Literaturbetrieb, entwickelte jedoch eine ungewöhnlich eigenständige Sicht auf den Krieg. Statt heroischer Darstellungen rückte er die moralischen Konflikte und Gewissensentscheidungen des Einzelnen in den Mittelpunkt. Diese Haltung machte ihn zu einem der bedeutendsten europäischen Autoren seiner Generation und brachte ihm Respekt sowohl in der Sowjetunion als auch unter den Belarusen im Exil ein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Während der Perestroika gehörte Bykaŭ zu den Mitbegründern der Belarusischen Volksfront, der wichtigsten demokratischen Bewegung des Landes in den späten 1980er und frühen 1990er Jahren. Nach dem Machtantritt von Aliaksandr Lukaschenka wurde Bykaŭ zu einem der bekanntesten Kritiker des autoritären Regimes und setzte sich öffentlich für Demokratie, Menschenrechte und die belarusische Sprache ein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die letzten Jahre seines Lebens verbrachte Bykaŭ überwiegend im Ausland, nachdem er Belarus aufgrund seiner offenen Kritik am autoritären Regime verlassen musste. Zwischen 2001 und 2003 lebte er zeitweise in Frankfurt am Main.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Vasil Bykaŭ starb am 22. Juni 2003 in Minsk, wohin er kurz vor seinem Tod zurückgekehrt war. Sein Werk wird heute in zahlreiche Sprachen übersetzt und gehört zum festen Bestand der europäischen Literatur des 20. Jahrhunderts.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für viele Belarusen ist Bykaŭ weit mehr als ein Schriftsteller. Er verkörpert die Entwicklung eines Landes, das sich im Laufe des 20. Jahrhunderts zwischen Diktatur und Freiheit, Anpassung und Selbstbehauptung bewegte. Die bemerkenswerte Wandlung vom anerkannten sowjetischen Autor zu einer der wichtigsten Symbolfiguren der belarusischen Demokratiebewegung macht ihn zu einer herausragenden Persönlichkeit der europäischen Geschichte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als junger Soldat kämpfte Bykaŭ im Zweiten Weltkrieg gegen das nationalsozialistische Deutschland. Jahrzehnte später fand er im demokratischen Deutschland einen Ort der Freiheit und des Exils. Seine Biographie steht damit auch für die Versöhnung zwischen den Völkern Europas und für die Bedeutung Deutschlands als Zufluchtsort für Menschen, die sich für Demokratie und Freiheit einsetzen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Verbindung wirkt bis heute nach. 2025 <a href="https://www.dbg-online.org/aktuelles/gedenktafel-fuer-vasil-bykau-wassil-bykau-in-frankfurt-beschlossen/">beschloss die Stadt Frankfurt am Main, eine Gedenktafel für Vasil Bykaŭ anzubringen</a>. Die Vorbereitungen für dieses Erinnerungszeichen laufen derzeit. Damit würdigt Frankfurt nicht nur einen großen europäischen Schriftsteller, sondern auch die besondere deutsch-belarusische Verbindung, die mit seinem Aufenthalt verbunden ist.</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-full"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="433" height="323" src="https://www.dbg-online.org/wp-content/uploads/2024/01/2000s-vasil-bykau-and-barys-kit-frankfurt.jpg" alt="" class="wp-image-4741" srcset="https://www.dbg-online.org/wp-content/uploads/2024/01/2000s-vasil-bykau-and-barys-kit-frankfurt.jpg 433w, https://www.dbg-online.org/wp-content/uploads/2024/01/2000s-vasil-bykau-and-barys-kit-frankfurt-300x224.jpg 300w" sizes="(max-width: 433px) 100vw, 433px" /><figcaption class="wp-element-caption"><em>Vasil Bykaŭ und belarusisch-amerikanischer Wissenschaftler Barys Kit in Frankfurt, Anfang 2000er</em></figcaption></figure>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>40 Jahre Tschernobyl – Belarus als Hauptbetroffener einer europäischen Katastrophe</title>
		<link>https://www.dbg-online.org/aktuelles/belarus/40-jahre-tschernobyl-belarus-als-hauptbetroffener-einer-europaeischen-katastrophe/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Aleś Čajčyc]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 26 Apr 2026 04:14:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Belarus]]></category>
		<category><![CDATA[Tschernobyl]]></category>
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					<description><![CDATA[Die Katastrophe war nicht nur ein technisches Versagen, sondern auch Ausdruck struktureller Probleme des sowjetischen Systems]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Im April 2026 jährt sich die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl zum 40. Mal. Sie bleibt die wahrscheinlich größte menschengemachte Umweltkatastrophe in der europäischen Geschichte. Große Regionen wurden radioaktiv kontaminiert und bleiben bis heute nur eingeschränkt oder gar nicht bewohnbar – für Zeiträume, die sich über Jahrhunderte erstrecken können.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am 26. April 1986 explodierte im Kernkraftwerk Tschernobyl während eines fehlgeschlagenen Sicherheitstests Reaktorblock 4. Die Explosion und der anschließende Brand setzten große Mengen radioaktiver Stoffe frei, die sich mit den Luftströmungen über weite Teile Europas verteilten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Obwohl das Kernkraftwerk auf dem Gebiet der heutigen Ukraine liegt, war Belarus das am stärksten betroffene Land. Etwa 70 Prozent des radioaktiven Fallouts gingen auf belarusisches Territorium nieder. Damit wurde Belarus zum eigentlichen Hauptopfer der Katastrophe.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" width="1010" height="1024" src="https://www.dbg-online.org/wp-content/uploads/2026/04/tchernobyl-radiation-1996-desvg-1010x1024.png" alt="" class="wp-image-6527" srcset="https://www.dbg-online.org/wp-content/uploads/2026/04/tchernobyl-radiation-1996-desvg-1010x1024.png 1010w, https://www.dbg-online.org/wp-content/uploads/2026/04/tchernobyl-radiation-1996-desvg-296x300.png 296w, https://www.dbg-online.org/wp-content/uploads/2026/04/tchernobyl-radiation-1996-desvg-768x778.png 768w, https://www.dbg-online.org/wp-content/uploads/2026/04/tchernobyl-radiation-1996-desvg-1515x1536.png 1515w, https://www.dbg-online.org/wp-content/uploads/2026/04/tchernobyl-radiation-1996-desvg-1120x1135.png 1120w, https://www.dbg-online.org/wp-content/uploads/2026/04/tchernobyl-radiation-1996-desvg.png 1920w" sizes="(max-width: 1010px) 100vw, 1010px" /><figcaption class="wp-element-caption"><em>Verstrahlung durch Caesium-137 1996 — 10 Jahre nach dem Reaktorunglück von Tschernobyl. Quelle: Succu, Wikimedia, CC-BY-SA-2.5 </em></figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Die sowjetischen Behörden informierten weder die eigene Bevölkerung noch die internationale Gemeinschaft rechtzeitig und vollständig über das Ausmaß des Unfalls. In den ersten Tagen fehlten grundlegende Warnungen und Schutzmaßnahmen, was die gesundheitlichen Folgen erheblich verschärfte und die Zahl der Betroffenen erhöhte. Zudem gibt es Hinweise darauf, dass radioaktive Wolken gezielt über Teilen Belarus’ abgeregnet wurden, um ihre Ausbreitung in Richtung Moskau zu verhindern – ein Vorwurf, der bis heute nicht vollständig aufgeklärt ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Katastrophe war nicht nur ein technisches Versagen, sondern auch Ausdruck struktureller Probleme des sowjetischen Systems: mangelhafte Sicherheitskultur, organisatorische Fehler und eine weitgehende Gleichgültigkeit gegenüber dem Schutz der eigenen Bevölkerung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Folgen betrafen Hunderttausende Menschen: Umsiedlungen, gesundheitliche Schäden sowie langfristige soziale und wirtschaftliche Belastungen prägten ganze Regionen. Aktivisten, die mehr Transparenz und eine konsequentere Unterstützung der Betroffenen forderten, standen sowohl in der späten Sowjetunion als auch später im autoritären Belarus unter Druck.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gleichzeitig wurde Tschernobyl in den 1990er Jahren zu einem wichtigen Feld internationaler Solidarität. Besonders in Deutschland entstanden zahlreiche Initiativen, die Spenden sammelten und belarusische Krankenhäuser, Kinder und betroffene Regionen unterstützten. Diese Zusammenarbeit wurde zu einem wichtigen Fundament der deutsch-belarusischen Beziehungen. Wegen der Politik des Regimes von A. Lukaschenka sind viele dieser Kontakte jedoch stark eingeschränkt oder ganz abgebrochen worden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Tschernobyl bleibt eine der dunkelsten Seiten der belarusischen Geschichte im 20. Jahrhundert. Die Katastrophe ist nicht nur ein technologisches Unglück, sondern auch ein politisches Mahnmal. Sie erinnert an die Gefahren autoritärer Systeme, an die Folgen von Intransparenz und an einen verantwortungslosen Umgang mit Mensch und Natur. Belarus trägt die Last dieser Katastrophe bis heute – und verdient weiterhin internationale Unterstützung, sowohl bei der Bewältigung ihrer Folgen als auch auf dem Weg zu Freiheit und Selbstbestimmung.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Tschernobyl: Bleibende Aktualität und neue Herausforderung</title>
		<link>https://www.dbg-online.org/aktuelles/stellungnahmen-der-dbg/40-jahrestag-der-reaktorkatastrophe-von-tschernobyl-bleibende-aktualitaet-und-neue-herausforderung/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Aleś Čajčyc]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 20 Apr 2026 12:03:33 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Stellungnahmen der dbg]]></category>
		<category><![CDATA[Tschernobyl]]></category>
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					<description><![CDATA[40 Jahre nach Tschernobyl prägen seine ungelösten Folgen – von ökologischen Schäden bis hin zu politischer Repression – Belarus bis heute und erfordern erneute internationale Solidarität.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">(беларускі пераклад ніжэй)</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Reaktorexplosion in Tschernobyl jährt sich in diesem Jahr zum 40. Mal. Sie war nicht allein der bis dahin größte Unfall in einem Atomkraftwerk weltweit, sie ist in ihren politischen, sozialen, ökologischen und biologischen Auswirkungen eine bleibende, unabschließbare Herausforderung für die Menschheit. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Politisch ist das System der Sowjetunion an den Folgen dieser Katastrophe zerbrochen. Zeitgleich ergab sich die einmalige Chance, dass mit ihrem Zerfall sich ein politisch offenes Zeitfenster vor allem in der neu entstandenen, von der Katastrophe am meisten betroffenen Republik Belarus geöffnet hatte.  Dieses Fenster bot die Möglichkeit, den unabsehbaren Folgen dieser Katastrophe international und solidarisch zu begegnen. In Deutschland spielten dabei die Kirchen eine besondere Rolle, sofern diese ihre Hilfsangebote als Ausdruck der Versöhnung für die während des Krieges von der deutschen Besatzungsmacht begangenen Verbrechen in Belarus verstanden. Die zahlreichen Projekte  – Organisation von Kinderaufenthalten in westlichen Ländern, Einrichtung von Kindererholungsheimen in unverstrahlten Gebieten, Finanzierung von sozialen und medizinischen Projekten, Hilfstransporte – schufen in den Jahren bis zum Machtantritt Lukaschenkos im Herbst 1994 die Möglichkeit zur Herstellung vielfältiger Kontakte, zu verlässlicher, bis dahin nicht gekannter Kommunikation und Zusammenarbeit, die trotz der zunehmend restriktiven Politik des Lukaschenko-Regimes über drei Jahrzehnte Bestand hatten. Entscheidenden Einschnitt erfuhren sie erst durch die Corona-Pandemie und durch die mit den gefälschten Wahlen des Jahres 2020 einsetzende politische Repression.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Probleme indessen blieben, sie sind sogar größer geworden:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Das Sperrgebiet um Tschernobyl ist Kriegshandlungen im Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine ausgesetzt und birgt damit ein ungeheures Gefahrenpotential,</li>



<li>die langfristigen Folgen der Katastrophe in den betroffenen Regionen von Belarus, der Ukraine und Russland auf die Ökosysteme sind auf Grund des Krieges wissenschaftlicher Erforschung nicht zugänglich,</li>



<li>staatliche Hilfeleistungen für bleibend Geschädigte der Tschernobylkatastrophe in Belarus werden immer mehr zurückgefahren.</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph">Dennoch bleibt die Chance, die die Jahre vor dem Machtantritt Lukaschenkos boten, auch über die inzwischen verstrichene Zeit hinaus erhalten:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Kinder und Jugendliche aus Belarus, die im Laufe der 90er Jahren ins europäische Ausland kamen, sind heute erwachsen. Sie sind Zeitzeugen, Überlebende einer Katastrophe, sie haben solidarische Hilfe erfahren, sie können ihr Wissen, ihre Erfahrung, ihren Lebenshintergrund in unseren demokratischen Diskurs einbringen, das Bewusstsein für die unabsehbaren, nicht zu bewältigenden Folgen der Reaktorexplosion von Tschernobyl schärfen.</li>



<li>Ebenso sind die nach den gefälschten Wahlen ins Exil aus Belarus Geflüchteten als Leidtragende der politischen Katastrophe in ihrem Land lebendige Zeuginnen und Zeugen für die Folgen einer konsequenten Verleugnung, Verdrängung, Bagatellisierung der Katastrophe von Tschernobyl. Sie können dazu beitragen, den Gedanken der Solidarität zu weiten: es geht schon lange nicht mehr nur darum, den unmittelbar Betroffenen auf vielfältige Weise zu helfen, es geht um eine umspannende, umfassende Solidarität, die uns alle vor den immer noch bestehenden Gefahren der geschehenen und möglichen zukünftiger Katastrophen bewahren kann:</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph">Dazu gehört die ungehinderte Erforschung der Reaktorexplosion von Tschernobyl mit allen ihren Folgen ebenso wie die Abkehr von der aus heutiger Sicht unverantwortbaren weiteren „friedlichen“ Nutzung der Atomenergie, da diese</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>höchst riskante politische und ökonomische Abhängigkeiten schafft und perpetuiert,</li>



<li>militärisch verwundbar und nicht wirklich effizient zu sichern ist,</li>



<li>eine ebenso vulnerable Infrastruktur erfordert,</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph">und damit im Falle einer niemals auszuschließenden Schädigung oder Zerstörung unabsehbare, nicht verantwortbare Folgen nach sich zöge.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gemeinsam – mit den Erfahrungen der bei uns lebenden geflüchteten, zugewanderten, eingebürgerten Menschen aus Belarus können wir solidarisch für eine lebenswerte Zukunft eintreten und sind dazu unbedingt aufeinander angewiesen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die dbg sieht ihre Aufgabe darin, diesen Prozess anzustoßen, zu begleiten und &nbsp;zu fördern.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Fred Dorn<br>Stellvertretender Vorsitzender der deutsch-belarusischen Gesellschaft e.V.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Kassel, 15. April 2026</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">***</p>



<p class="wp-block-paragraph">40 гадоў Чарнобыльскай ядзернай катастрофе: нязменная актуальнасць і новыя выклікі</p>



<p class="wp-block-paragraph">Сёлета спаўняецца 40 гадоў з аварыі на Чарнобыльскай АЭС. Гэта была не толькі найгоршая на той момант аварыя на атамнай электрастанцыі ў свеце: яе палітычныя, сацыяльныя, экалагічныя і біялагічныя наступствы ўяўляюць сабой трывалую і нявырашаную праблему для чалавецтва.</p>



<p class="wp-block-paragraph">У палітычным плане вынікам гэтай аварыі стаў распад Савецкага Саюза. Разам з гэтым з&#8217;явіўся і ўнікальны шанец на палітычную адкрытасць, асабліва Рэспубліцы Беларусь, якая атрымала незалежнасць і найбольш пацярпела ад катастрофы. Гэтае акно дало магчымасць міжнароднай супольнасці салідарна рэагаваць на цяжка прадказальныя наступствы катастрофы.</p>



<p class="wp-block-paragraph">У Нямеччыне асаблівую ролю ў гэтым адыгралі цэрквы, якія ўспрымалі сваю дапамогу як частку кампенсацыі за злачынствы, учыненыя ў Беларусі нямецкай акупацыйнай уладай падчас Другой сусветнай вайны. Шматлікія праекты — арганізацыя знаходжання дзяцей у заходніх краінах, стварэнне дзіцячых аздараўленчых установаў у незаражаных рэгіёнах, фінансаванне сацыяльных і медыцынскіх праграм, гуманітарныя пастаўкі — у гады да прыходу да ўлады Лукашэнкі восенню 1994 года спрыялі ўсталяванню разнастайных кантактаў, фармаванню ўстойлівых камунікацыі і супрацоўніцтва, якіх нагэтуль ніколі не існавала.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Гэтыя адносіны праіснавалі больш за тры дзесяцігоддзі, нягледзячы на ​​ўсё большыя абмежаванні з боку рэжыму Лукашэнкі. Яны былі рашуча парушаныя толькі пандэміяй COVID-19 і палітычнымі рэпрэсіямі, якія пачаліся са сфальсіфікаваных выбараў 2020 года.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Але праблемы, звязаныя з Чарнобылям, засталіся і нават пагоршыліся:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>На зону адчужэння вакол Чарнобыльскай АЭС ўздзейнічае агрэсіўная вайна Расіі супраць Украіны, што стварая велізарную патэнцыйную небяспеку.</li>



<li>Доўгатэрміновыя наступствы катастрофы для экасістэмаў у пацярпелых рэгіёнах Беларусі, Украіны і Расіі недаступныя для навуковых даследаванняў з-за вайны.</li>



<li>Дзяржаўная дапамога пацярпелым ад Чарнобыльскай катастрофы ў Беларусі ўсё больш скарачаецца.</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph">Тым не менш, магчымасці, якія з&#8217;явіліся да прыходу Лукашэнкі да ўлады, застаюцца і нягледзячы на страчаны час:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Дзеці і моладзь з Беларусі, якія прыехалі ў Еўропу ў 1990-х гадах, цяпер дарослыя. Яны з&#8217;яўляюцца відавочцамі, тымі, хто выжыў у катастрофе; яны атрымалі салідарнасць і падтрымку; яны могуць унесці свае веды, вопыт і вопыт у наш дэмакратычны дыскурс і павысіць дасведчанасць аб непрадказальных і непераадольных наступствах выбуху рэактара на Чарнобыльскай АЭС.</li>



<li>Гэтак жа тыя, хто ўцёк у выгнанне з Беларусі пасля сфальсіфікаваных выбараў, як ахвяры палітычнай катастрофы ў сваёй краіне, з&#8217;яўляюцца жывымі сведкамі наступстваў паслядоўнага адмаўлення, рэпрэсій і трывіялізацыі Чарнобыльскай катастрофы. Яны могуць дапамагчы пашырыць паняцце салідарнасці: гаворка ідзе не толькі пра дапамогу тым, хто непасрэдна пацярпеў рознымі спосабамі; гаворка ідзе пра ўсебаковую салідарнасць, якая можа абараніць нас усіх ад усё яшчэ існуючых небяспекаў мінулых і патэнцыйных будучых катастрофаў.</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph">Гэта ўключае бесперашкоднае расследаванне аварыі на Чарнобыльскай АЭС і ўсіх яго наступстваў, а таксама адмову ад неапраўданага ў цяперашні час далейшага «мірнага» выкарыстання ядзернай энергіі, паколькі яно:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>стварае і ўвекавечвае вельмі рызыкоўную палітычную і эканамічную залежнасць,</li>



<li>з&#8217;яўляецца ваенна ўразлівым і не можа быць эфектыўна абароненым,</li>



<li>патрабуе гэтак жа ўразлівай інфраструктуры,</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph">і таму ў выпадку пашкоджання або разбурэння, якія ніколі нельга выключыць, мела б непрадбачаныя і безадказныя наступствы.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Разам — абапіраючыся на вопыт бежанцаў, імігрантаў і натуралізаваных грамадзян з Беларусі, якія жывуць сярод нас, — мы можам салідарна выступаць за будучыню, вартае жыцця, і мы абсалютна залежым адзін ад аднаго ў гэтым.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Нямецка-беларускае таварыства бачыць сваю ролю ў ініцыяванні, падтрымцы і прасоўванні гэтага працэсу.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Фрэд Дорн<br>Намеснік старшыні Нямецка-беларускага таварыства</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Касэль, 15 красавіка 2026 г.</strong></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Gerettetes Kulturerbe: Belarusisches Museum von Leimen jetzt in Vilnius</title>
		<link>https://www.dbg-online.org/aktuelles/gerettetes-kulturerbe-belarusisches-museum-von-leimen-jetzt-in-vilnius/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Aleś Čajčyc]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 30 Mar 2026 12:41:47 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Baden-Württemberg]]></category>
		<category><![CDATA[Barys Kit]]></category>
		<category><![CDATA[Belarusen in Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[Belarusische Diaspora]]></category>
		<category><![CDATA[Jury Popka]]></category>
		<category><![CDATA[Leimen]]></category>
		<category><![CDATA[Vilnius]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.dbg-online.org/?p=6217</guid>

					<description><![CDATA[Nach Jahren der Einlagerung hat das Belarusische Museum in Leimen in Vilnius ein neues Zuhause gefunden, wo seine einzigartige Sammlung wieder öffentlich zugänglich sein wird.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Das Belarusische Museum in Leimen (Baden-Württemberg) zieht nach Vilnius in Litauen um. Nachdem das Museum über Jahre hinweg geschlossen war, konnte nach langen Gesprächen zwischen der Stadt Leimen und der Belarusischen Gemeinschaft RAZAM e.V. schließlich eine Lösung gefunden werden: Die Exponate werden künftig im <a href="https://www.vilnia.com/" rel="noopener">Belarusischen Ivan-Łuckievič-Museum</a> in Vilnius, Litauen, der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die Geschichte des Museums</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Gegründet wurde das Belarusische Museum in Leimen im Jahr 1982 von dem Aktivisten und Schriftsteller Jury Popka (Juri Popko, 1912–1990). Geboren in einem Dorf bei Pružany, schrieb Popka für belarusischsprachige Zeitungen. Seine Familie war von sowjetischen Repressionen betroffen; mehrere Angehörige wurden nach Sibirien deportiert. Nach dem deutschen Überfall auf die Sowjetunion war Popka zunächst in der zivilen Administration tätig, ehe er im Zuge der deutschen Kriegswirtschaft nach Deutschland gelangte, wo er unter harten Bedingungen in der Industrie arbeitete.</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-full"><img decoding="async" width="600" height="373" src="https://www.dbg-online.org/wp-content/uploads/2026/03/jury-popka.jpg" alt="" class="wp-image-6218" srcset="https://www.dbg-online.org/wp-content/uploads/2026/03/jury-popka.jpg 600w, https://www.dbg-online.org/wp-content/uploads/2026/03/jury-popka-300x187.jpg 300w" sizes="(max-width: 600px) 100vw, 600px" /><figcaption class="wp-element-caption"><em>Jury Popka, 1950 (Quelle: Archiv von Natalla Hardzijenka)</em></figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Die Fabrikarbeit hat die Gesundheit Popkas schwer angeschlagen und er musste nach Kriegsende in mehreren Krankenhäusern behandelt werden. Eine Rückkehr nach Belarus kam für Popka nicht infrage, da er politische Verfolgung durch die sowjetischen Behörden befürchten musste. Den Großteil seines Exils arbeitete er daher in der Verwaltung eines US-amerikanischen Militärlagers.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ab 1971 lebte Popka in der Stadt Leimen und begann seine Sammlung belarusischer Gegenstände in seiner Privatwohnung (Goethestraße 1) in ein Museum umzuwandeln. Maßgebliche Unterstützung erhielt er dabei von dem ebenfalls im Exil lebenden belarusischen Raketenforscher Barys Kit (1910–2018), der ihn unter anderem mit belarusischer Exilliteratur aus den USA versorgte. Kit, der als Mathematikprofessor an der University of Maryland hohes Ansehen genoss, machte in dieser Funktion auch den Bürgermeister von Leimen auf das Museum aufmerksam. In der Folge entwickelte sich das Belarusische Museum rasch zu einer offiziell anerkannten Sehenswürdigkeit der Stadt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">1982 wurde das Museum im Beisein des Bürgermeisters Herbert Ehrbar (1933-2011) feierlich eröffnet. Ein eigens gegründeter Arbeitskreis rief Belarusen weltweit dazu auf, mit historisch bedeutsamen Objekten zur Ausgestaltung der Ausstellung beizutragen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Sammlung umfasste zahlreiche Exponate sowohl aus der damaligen Belarusischen Sozialistischen Sowjetrepublik (BSSR) als auch aus der weltweiten Diaspora, darunter aus Deutschland, Polen, Großbritannien, Frankreich, Australien, den USA, Kanada und Argentinien. Zu sehen waren Bücher und Zeitschriften, Kleidungsstücke, Fotografien, Porträts, Ikonen, Geschirr sowie weitere Alltags- und Erinnerungsgegenstände. Einen besonderen Stellenwert nahmen einzigartige Schriftstücke prominenter Autoren wie Janka Kupała, Jakub Kołas, Branisłaŭ Taraškievič, Maksim Harecki und Usievaład Ihnatoŭski ein, ebenso wie zahlreiche Werke der belarusischen Exilliteratur.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Darüber hinaus gründete Popka in Leimen das Institut der Bjelorussischen Kulturwissenschaften, das eigene Schriften herausgab. Im Jahr 1987 wurde auf seine Initiative hin auf dem Waldfriedhof St. Ilgen ein Denkmal für die im Zweiten Weltkrieg gefallenen Belarusen errichtet. Es befindet sich direkt gegenüber von Popkas Grabstein.</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" width="768" height="1024" src="https://www.dbg-online.org/wp-content/uploads/2026/03/leimen-belarus-denkmal-768x1024.jpg" alt="" class="wp-image-6219" style="aspect-ratio:0.7500109933600105;width:415px;height:auto" srcset="https://www.dbg-online.org/wp-content/uploads/2026/03/leimen-belarus-denkmal-768x1024.jpg 768w, https://www.dbg-online.org/wp-content/uploads/2026/03/leimen-belarus-denkmal-225x300.jpg 225w, https://www.dbg-online.org/wp-content/uploads/2026/03/leimen-belarus-denkmal-1152x1536.jpg 1152w, https://www.dbg-online.org/wp-content/uploads/2026/03/leimen-belarus-denkmal-1120x1493.jpg 1120w, https://www.dbg-online.org/wp-content/uploads/2026/03/leimen-belarus-denkmal.jpg 1500w" sizes="auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px" /><figcaption class="wp-element-caption"><em>Denkmal für die im 2. Weltkrieg gefallenen Belarusen, Leimen. Errichtet von J. Popka (Foto von KastusK, Creative Commons CC0 1.0 Universal) </em></figcaption></figure>



<h2 class="wp-block-heading">Jury Popkas Nachwirken</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Unabhängigkeit von Belarus erlebte Popka nicht mehr. Er verstarb am 29. April 1990. Doch sein Beitrag für die deutsch-belarusischen Beziehungen lebte auch nach seinem Ableben fort.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Barys Kit äußerte sich über seinen Freund Popka folgendermaßen:</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="wp-block-paragraph">„Ich schätzte diesen Menschen sehr, der fern der Heimat sie in seinem Herzen trug und alles sammelte und bewahrte, was an sie erinnerte. Vielleicht hat er selbst nicht damit gerechnet, dass nach Leimen, in dieses kleine belarusische Museum, zunächst einige belarusische Emigranten, Enthusiasten der belarusischen Sache und Wissenschaftlern anreisen und später sogar Studenten mit einem ganzen Bus ankommen würden – so, wie es im Juni 1994 geschah. Belarusische Jungen und Mädchen, jung und schön, kamen hierher, um ihre Lieder (es handelte sich um den Kammerchor der Minsker Linguistischen Universität) einer Stadt zu singen, die einem echten Belarusen Zuflucht gewährt hatte.“</p>
</blockquote>



<p class="wp-block-paragraph">Kit selbst wurde übrigens 1993 in “Würdigung seiner besonderen Verdienste um die Freundschaft zwischen der Republik Belarus und der Stadt Leimen” vom Bürgermeister Herbert Ehrbar mit der Partnerschaftsmedaille in Gold ausgezeichnet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">1995 reiste eine Delegation um Herbert Ehrbar ins belarusische Navahrudak. In Zusammenarbeit mit ihm lieferte der Leimener Verein “Hilfe für Weißrussland” von 1995 bis 2006 in elf Hilfskonvois Fahrzeuge, Medikamente, medizinische Apparate, Krankenhaus- und Pflegebetten, Schulmöbel, Kleidung, Decken, Spielsachen und Babynahrung in die unabhängige Republik Belarus. Aufgrund der zunehmenden bürokratischen Hürden und Behinderungen seitens des Regimes wurden die Lieferungen eingestellt.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Das Ende und der Umzug des Museums</h2>



<p class="wp-block-paragraph">1994 gründete der damalige Botschafter von Belarus in Deutschland, Dr. Piotra Sadoŭski, ein Kuratorium, das das Popka-Erbe verwalten sollte. Doch nach seiner Entlassung zeigte die belarusische Botschaft unter den neuen Machthabern kein Interesse an dem Museum.</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="743" src="https://www.dbg-online.org/wp-content/uploads/2026/03/199x-leimen-belarusische-diplomaten-1024x743.jpg" alt="" class="wp-image-6564" srcset="https://www.dbg-online.org/wp-content/uploads/2026/03/199x-leimen-belarusische-diplomaten-1024x743.jpg 1024w, https://www.dbg-online.org/wp-content/uploads/2026/03/199x-leimen-belarusische-diplomaten-300x218.jpg 300w, https://www.dbg-online.org/wp-content/uploads/2026/03/199x-leimen-belarusische-diplomaten-768x558.jpg 768w, https://www.dbg-online.org/wp-content/uploads/2026/03/199x-leimen-belarusische-diplomaten-1536x1115.jpg 1536w, https://www.dbg-online.org/wp-content/uploads/2026/03/199x-leimen-belarusische-diplomaten-1120x813.jpg 1120w, https://www.dbg-online.org/wp-content/uploads/2026/03/199x-leimen-belarusische-diplomaten.jpg 2000w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption"><em>Botschafter Dr. Piotra Sadoŭski (rechts) im Belarusischen Museum in Leimen. Aus dem Privatarchiv von Aleś Čajčyc</em></figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Die Ausstellung war zeitweise im Heimatmuseum St. Ilgen zugänglich, wurde jedoch mangels Besucheraufkommens geschlossen. Die Exponate lagerten anschließend über Jahre hinweg in mehreren Depots. In diesem Zeitraum sind Unbekannte in eines der Lagerräume eingebrochen und haben einen Teil der Exponate beschädigt. Aufgrund eines eingetretenen Wasserschadens wurde ein wesentlicher Teil der Exponate zerstört.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ab Januar 2026 wurden die verbliebenen Sammlungsstücke im Stadtarchiv Leimen von Vertretern von RAZAM e.V. neu verpackt und im März in das Łuckievič-Museum in Vilnius überführt.</p>



<figure class="wp-block-gallery has-nested-images columns-default is-cropped wp-block-gallery-1 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex">
<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="768" height="1024" data-id="6223" src="https://www.dbg-online.org/wp-content/uploads/2026/03/leimen-museum-2-768x1024.jpg" alt="" class="wp-image-6223" srcset="https://www.dbg-online.org/wp-content/uploads/2026/03/leimen-museum-2-768x1024.jpg 768w, https://www.dbg-online.org/wp-content/uploads/2026/03/leimen-museum-2-225x300.jpg 225w, https://www.dbg-online.org/wp-content/uploads/2026/03/leimen-museum-2.jpg 960w" sizes="auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px" /></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="768" data-id="6222" src="https://www.dbg-online.org/wp-content/uploads/2026/03/leimen-museum-3-1024x768.jpg" alt="" class="wp-image-6222" srcset="https://www.dbg-online.org/wp-content/uploads/2026/03/leimen-museum-3-1024x768.jpg 1024w, https://www.dbg-online.org/wp-content/uploads/2026/03/leimen-museum-3-300x225.jpg 300w, https://www.dbg-online.org/wp-content/uploads/2026/03/leimen-museum-3-768x576.jpg 768w, https://www.dbg-online.org/wp-content/uploads/2026/03/leimen-museum-3-1120x840.jpg 1120w, https://www.dbg-online.org/wp-content/uploads/2026/03/leimen-museum-3.jpg 1280w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="768" data-id="6224" src="https://www.dbg-online.org/wp-content/uploads/2026/03/leimen-museum-4-1024x768.jpg" alt="" class="wp-image-6224" srcset="https://www.dbg-online.org/wp-content/uploads/2026/03/leimen-museum-4-1024x768.jpg 1024w, https://www.dbg-online.org/wp-content/uploads/2026/03/leimen-museum-4-300x225.jpg 300w, https://www.dbg-online.org/wp-content/uploads/2026/03/leimen-museum-4-768x576.jpg 768w, https://www.dbg-online.org/wp-content/uploads/2026/03/leimen-museum-4-1120x840.jpg 1120w, https://www.dbg-online.org/wp-content/uploads/2026/03/leimen-museum-4.jpg 1280w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="768" data-id="6226" src="https://www.dbg-online.org/wp-content/uploads/2026/03/leimen-museum-5-1024x768.jpg" alt="" class="wp-image-6226" srcset="https://www.dbg-online.org/wp-content/uploads/2026/03/leimen-museum-5-1024x768.jpg 1024w, https://www.dbg-online.org/wp-content/uploads/2026/03/leimen-museum-5-300x225.jpg 300w, https://www.dbg-online.org/wp-content/uploads/2026/03/leimen-museum-5-768x576.jpg 768w, https://www.dbg-online.org/wp-content/uploads/2026/03/leimen-museum-5-1120x840.jpg 1120w, https://www.dbg-online.org/wp-content/uploads/2026/03/leimen-museum-5.jpg 1280w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="737" height="1024" data-id="6229" src="https://www.dbg-online.org/wp-content/uploads/2026/03/leimen-museum-8-737x1024.jpg" alt="" class="wp-image-6229" srcset="https://www.dbg-online.org/wp-content/uploads/2026/03/leimen-museum-8-737x1024.jpg 737w, https://www.dbg-online.org/wp-content/uploads/2026/03/leimen-museum-8-216x300.jpg 216w, https://www.dbg-online.org/wp-content/uploads/2026/03/leimen-museum-8-768x1067.jpg 768w, https://www.dbg-online.org/wp-content/uploads/2026/03/leimen-museum-8.jpg 921w" sizes="auto, (max-width: 737px) 100vw, 737px" /></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="768" data-id="6227" src="https://www.dbg-online.org/wp-content/uploads/2026/03/leimen-museum-7-1024x768.jpg" alt="" class="wp-image-6227" srcset="https://www.dbg-online.org/wp-content/uploads/2026/03/leimen-museum-7-1024x768.jpg 1024w, https://www.dbg-online.org/wp-content/uploads/2026/03/leimen-museum-7-300x225.jpg 300w, https://www.dbg-online.org/wp-content/uploads/2026/03/leimen-museum-7-768x576.jpg 768w, https://www.dbg-online.org/wp-content/uploads/2026/03/leimen-museum-7-1120x840.jpg 1120w, https://www.dbg-online.org/wp-content/uploads/2026/03/leimen-museum-7.jpg 1280w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="768" height="1024" data-id="6225" src="https://www.dbg-online.org/wp-content/uploads/2026/03/leimen-museum-6-768x1024.jpg" alt="" class="wp-image-6225" srcset="https://www.dbg-online.org/wp-content/uploads/2026/03/leimen-museum-6-768x1024.jpg 768w, https://www.dbg-online.org/wp-content/uploads/2026/03/leimen-museum-6-225x300.jpg 225w, https://www.dbg-online.org/wp-content/uploads/2026/03/leimen-museum-6.jpg 960w" sizes="auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px" /></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="768" height="1024" data-id="6228" src="https://www.dbg-online.org/wp-content/uploads/2026/03/leimen-museum-1-768x1024.jpg" alt="" class="wp-image-6228" srcset="https://www.dbg-online.org/wp-content/uploads/2026/03/leimen-museum-1-768x1024.jpg 768w, https://www.dbg-online.org/wp-content/uploads/2026/03/leimen-museum-1-225x300.jpg 225w, https://www.dbg-online.org/wp-content/uploads/2026/03/leimen-museum-1.jpg 960w" sizes="auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px" /></figure>
</figure>



<p class="wp-block-paragraph">Organisiert wurde der Umzug des Museums von Alexander Moisseenko (RAZAM e.V.) und Ludvika Kardzis (Ivan-Łuckievič-Museum) mit Unterstützung von Dmitri Moisseenko, der Krecheuski Foundation, der Koura Initiative sowie weiteren Freiwilligen, die namentlich nicht genannt werden wollten.</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" width="768" height="1024" src="https://www.dbg-online.org/wp-content/uploads/2026/03/leimen-museum-9-768x1024.jpg" alt="" class="wp-image-6220" style="width:532px;height:auto" srcset="https://www.dbg-online.org/wp-content/uploads/2026/03/leimen-museum-9-768x1024.jpg 768w, https://www.dbg-online.org/wp-content/uploads/2026/03/leimen-museum-9-225x300.jpg 225w, https://www.dbg-online.org/wp-content/uploads/2026/03/leimen-museum-9.jpg 960w" sizes="auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px" /></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Die deutsch-belarusische gesellschaft gratuliert allen Beteiligten herzlich zur erfolgreichen Überführung des Museums nach Vilnius. Wir freuen uns sehr und sind dankbar, dass das Erbe von Jury Popka einen neuen Ort gefunden hat, an dem es wieder der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden kann.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Unser besonderer Dank gilt der Stadtverwaltung Leimen sowie der Belarusischen Gemeinschaft RAZAM e.V., insbesondere Alexander Moisseenko, für ihr großes Engagement und ihren entscheidenden Beitrag zur Überführung des Museums. Ihr Einsatz war maßgeblich dafür, dieses bedeutende belarusische Kulturerbe zu bewahren und wieder zugänglich zu machen.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>25. März 1918: Unabhängigkeitserklärung der ersten belarusischen Republik und wichtigstes Datum der demokratischen Bewegung</title>
		<link>https://www.dbg-online.org/aktuelles/belarus/25-maerz-1918-unabhaengigkeitserklaerung-der-ersten-belarusischen-republik-und-wichtigstes-datum-der-demokratischen-bewegung/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Aleś Čajčyc]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 25 Mar 2026 05:46:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Belarus]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
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					<description><![CDATA[Die Weißruthenische Volksrepublik legte den Grundstein für die spätere staatliche Entwicklung in Belarus]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Der 25. März 1918 markiert einen entscheidenden Wendepunkt in der Geschichte von Belarus: An diesem Tag proklamierte die Belarusische (Weißruthenische) Volksrepublik ihre Unabhängigkeit. Zum ersten Mal trat eine belarusische demokratische Republik als eigenständiger politischer Akteur auf die europäische Bühne – ein Moment, der die nationale Selbstbestimmung und die politischen Ambitionen des belarusischen Volkes sichtbar machte.</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="599" src="https://www.dbg-online.org/wp-content/uploads/2026/03/1918-weiss-rot-weisse-fahne-in-minsk-1024x599.jpg" alt="" class="wp-image-6203" srcset="https://www.dbg-online.org/wp-content/uploads/2026/03/1918-weiss-rot-weisse-fahne-in-minsk-1024x599.jpg 1024w, https://www.dbg-online.org/wp-content/uploads/2026/03/1918-weiss-rot-weisse-fahne-in-minsk-300x175.jpg 300w, https://www.dbg-online.org/wp-content/uploads/2026/03/1918-weiss-rot-weisse-fahne-in-minsk-768x449.jpg 768w, https://www.dbg-online.org/wp-content/uploads/2026/03/1918-weiss-rot-weisse-fahne-in-minsk-1120x655.jpg 1120w, https://www.dbg-online.org/wp-content/uploads/2026/03/1918-weiss-rot-weisse-fahne-in-minsk.jpg 1408w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption"><em>Flagge der Weißruthenischen Volksrepublik auf einem Regierungsgebäude in Minsk, 1918</em></figcaption></figure>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" width="683" height="1024" src="https://www.dbg-online.org/wp-content/uploads/2026/03/1918-weissruthenische-volksrepublik-postkarte-683x1024.jpg" alt="" class="wp-image-6204" style="aspect-ratio:0.667014940967506;width:360px;height:auto" srcset="https://www.dbg-online.org/wp-content/uploads/2026/03/1918-weissruthenische-volksrepublik-postkarte-683x1024.jpg 683w, https://www.dbg-online.org/wp-content/uploads/2026/03/1918-weissruthenische-volksrepublik-postkarte-200x300.jpg 200w, https://www.dbg-online.org/wp-content/uploads/2026/03/1918-weissruthenische-volksrepublik-postkarte-768x1151.jpg 768w, https://www.dbg-online.org/wp-content/uploads/2026/03/1918-weissruthenische-volksrepublik-postkarte-1025x1536.jpg 1025w, https://www.dbg-online.org/wp-content/uploads/2026/03/1918-weissruthenische-volksrepublik-postkarte-1120x1679.jpg 1120w, https://www.dbg-online.org/wp-content/uploads/2026/03/1918-weissruthenische-volksrepublik-postkarte.jpg 1334w" sizes="auto, (max-width: 683px) 100vw, 683px" /><figcaption class="wp-element-caption"><em>&#8222;Es lebe die Weißruthenische Volksrepublik!&#8220; &#8211; eine Postkarte aus dem Jahr 1918</em></figcaption></figure>



<h2 class="wp-block-heading">Von der Volksrepublik zur Sowjetrepublik: die historische Kontinuität</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Erklärung der Unabhängigkeit von Belarus war weit mehr als ein symbolischer Akt. Sie bewies, dass die belarusische Nation politisch und gesellschaftlich ausgereift genug war, um in Europa als eigenständiger Faktor wahrgenommen zu werden. Ohne die Weißruthenische Volksrepublik hätten die Bolschewiki Belarus vermutlich direkt in die Russische Sozialistische Föderative Sowjetrepublik (RSFSR) eingegliedert. Stattdessen sahen sie sich gezwungen, zunächst die Sowjetische Sozialistische Republik Belarus zu proklamieren – ein sowjetisches Marionettenregime in denselben Grenzen wie die Volksrepublik, das die politische Realität nicht verschleiern konnte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Weißruthenische Volksrepublik legte damit den Grundstein für die spätere staatliche Entwicklung in Belarus. Trotz der späteren Eingliederung des Landes in die Sowjetunion blieb diese Republik ein zentraler Bezugspunkt für die belarusische nationale Identität und politische Selbstbestimmung.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Repression und Verbot unter der Sowjetunion</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Nach der Errichtung der Sowjetmacht im östlichen Teil von Belarus wurde die Feier des 25. März rigoros verboten. Das Gedenken an die Unabhängigkeit der Weißruthenischen Volksrepublik galt als subversiv, ihre Symbole und Geschichte wurden unterdrückt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In Westbelarus, das in der Zwischenkriegszeit unter polnischer Verwaltung stand, hielten die Menschen die Tradition der Feier aufrecht, ebenso wie die belarusische Diaspora in Westeuropa und Nordamerika nach dem 2. Weltkrieg.</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="594" src="https://www.dbg-online.org/wp-content/uploads/2026/03/1919-25-maerz-in-hrodna.jpg" alt="" class="wp-image-6205" srcset="https://www.dbg-online.org/wp-content/uploads/2026/03/1919-25-maerz-in-hrodna.jpg 800w, https://www.dbg-online.org/wp-content/uploads/2026/03/1919-25-maerz-in-hrodna-300x223.jpg 300w, https://www.dbg-online.org/wp-content/uploads/2026/03/1919-25-maerz-in-hrodna-768x570.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption"><em>Die Feier des 25. März 1919 in Hrodna</em></figcaption></figure>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="756" src="https://www.dbg-online.org/wp-content/uploads/2026/03/1968-25-maerz-toronto-kanada-1024x756.jpg" alt="" class="wp-image-6206" srcset="https://www.dbg-online.org/wp-content/uploads/2026/03/1968-25-maerz-toronto-kanada-1024x756.jpg 1024w, https://www.dbg-online.org/wp-content/uploads/2026/03/1968-25-maerz-toronto-kanada-300x222.jpg 300w, https://www.dbg-online.org/wp-content/uploads/2026/03/1968-25-maerz-toronto-kanada-768x567.jpg 768w, https://www.dbg-online.org/wp-content/uploads/2026/03/1968-25-maerz-toronto-kanada-1536x1134.jpg 1536w, https://www.dbg-online.org/wp-content/uploads/2026/03/1968-25-maerz-toronto-kanada-1120x827.jpg 1120w, https://www.dbg-online.org/wp-content/uploads/2026/03/1968-25-maerz-toronto-kanada.jpg 2000w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption"><em>Belarusische Diaspora in Kanada: feierliches Konzert zum 25. März 1968 in Toronto. Aus der Sammlung der Francis Skaryna Library in London</em></figcaption></figure>



<h2 class="wp-block-heading">Der 25. März heute</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Heute ist der 25. März das wichtigste nationale Fest der belarusischen demokratischen Kräfte. Es wird von zivilgesellschaftlichen Gruppen, kulturellen Organisationen und politisch aktiven Bürgern weit stärker begangen als jedes andere nationale Datum im Jahr. Während der Tag nie ein offizieller Feiertag in der Republik Belarus war, ist er zu einem echten Volksfest geworden – ein zivilgesellschaftlich und demokratisch geprägter Nationalfeiertag, der die Werte von Freiheit, Selbstbestimmung und politischem Engagement feiert.</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="768" src="https://www.dbg-online.org/wp-content/uploads/2026/03/2007-25-maerz-in-minsk-1024x768.jpg" alt="" class="wp-image-6201" srcset="https://www.dbg-online.org/wp-content/uploads/2026/03/2007-25-maerz-in-minsk-1024x768.jpg 1024w, https://www.dbg-online.org/wp-content/uploads/2026/03/2007-25-maerz-in-minsk-300x225.jpg 300w, https://www.dbg-online.org/wp-content/uploads/2026/03/2007-25-maerz-in-minsk-768x576.jpg 768w, https://www.dbg-online.org/wp-content/uploads/2026/03/2007-25-maerz-in-minsk-1536x1152.jpg 1536w, https://www.dbg-online.org/wp-content/uploads/2026/03/2007-25-maerz-in-minsk-1120x840.jpg 1120w, https://www.dbg-online.org/wp-content/uploads/2026/03/2007-25-maerz-in-minsk.jpg 1600w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption"><em>Proteste in Minsk am 25. März 2007 (Wikimedia)</em> </figcaption></figure>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="768" src="https://www.dbg-online.org/wp-content/uploads/2026/03/2018-25-maerz-in-minsk-1024x768.jpg" alt="" class="wp-image-6207" srcset="https://www.dbg-online.org/wp-content/uploads/2026/03/2018-25-maerz-in-minsk-1024x768.jpg 1024w, https://www.dbg-online.org/wp-content/uploads/2026/03/2018-25-maerz-in-minsk-300x225.jpg 300w, https://www.dbg-online.org/wp-content/uploads/2026/03/2018-25-maerz-in-minsk-768x576.jpg 768w, https://www.dbg-online.org/wp-content/uploads/2026/03/2018-25-maerz-in-minsk-1536x1152.jpg 1536w, https://www.dbg-online.org/wp-content/uploads/2026/03/2018-25-maerz-in-minsk-1120x840.jpg 1120w, https://www.dbg-online.org/wp-content/uploads/2026/03/2018-25-maerz-in-minsk.jpg 2000w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption"><em>25. März 2018: festliches Konzert anlässlich des 100. Jubiläums der Weißruthenischen Volksrepublik im Zentrum von Minsk, organisiert von zivilgesellschaftlichen Organisationen. Seit 2021 sind Veranstaltungen zum 25. März in Belarus wieder verboten</em></figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Für mehr als ein Jahrhundert bleibt der 25. März ein lebendiges Symbol des belarusischen Kampfes für Freiheit. Er erinnert daran, dass Belarus eine lange Tradition politischer Bestrebungen besitzt – von der Proklamation der Weißruthenischen Volksrepublik über die Unterdrückung durch Bolschewiki und sowjetische Behörden bis hin zu den heutigen Bewegungen für Demokratie und Rechtsstaatlichkeit. Die Geschichte dieses Tages zeigt, dass die belarusische Nation selbst unter widrigen Bedingungen ihre Autonomie behauptet und ihre Stimme auf der politischen Landkarte Europas gesichert hat.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>4. März 1994: Offizielle Eröffnung der Botschaft der Republik Belarus in Deutschland</title>
		<link>https://www.dbg-online.org/aktuelles/belarus/4-maerz-1994-offizielle-eroeffnung-der-botschaft-der-republik-belarus-in-deutschland/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Aleś Čajčyc]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 04 Mar 2026 05:21:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Belarus]]></category>
		<category><![CDATA[Deutsch-belarusische Beziehungen]]></category>
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					<description><![CDATA[Ein bedeutender Meilenstein in der Entwicklung bilateraler Beziehungen]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Die offiziellen diplomatischen Beziehungen zwischen Belarus und Deutschland wurden im Januar 1992 aufgenommen. Ein bedeutender Meilenstein in der Entwicklung dieser bilateralen Beziehungen war die Eröffnung der belarusischen Botschaft in Deutschland am 4. März 1994.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zur feierlichen Eröffnung der Botschaft in der Fritz-Schäffer-Straße 20 in Bonn waren der erste Botschafter der Republik Belarus in Deutschland Piotra Sadoǔski, der Außenminister der Republik Belarus Piotr Kraŭčanka sowie der deutsche Staatssekretär im Auswärtigen Amt, Dieter Kastrup, anwesend.</p>



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<figure class="wp-block-image"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="682" data-id="6197" src="https://www.dbg-online.org/wp-content/uploads/2026/03/1994-03-04-botschaft-belarus-bonn-23525824259097744853-1024x682.jpg" alt="" class="wp-image-6197" srcset="https://www.dbg-online.org/wp-content/uploads/2026/03/1994-03-04-botschaft-belarus-bonn-23525824259097744853-1024x682.jpg 1024w, https://www.dbg-online.org/wp-content/uploads/2026/03/1994-03-04-botschaft-belarus-bonn-23525824259097744853-300x200.jpg 300w, https://www.dbg-online.org/wp-content/uploads/2026/03/1994-03-04-botschaft-belarus-bonn-23525824259097744853-768x512.jpg 768w, https://www.dbg-online.org/wp-content/uploads/2026/03/1994-03-04-botschaft-belarus-bonn-23525824259097744853-1536x1024.jpg 1536w, https://www.dbg-online.org/wp-content/uploads/2026/03/1994-03-04-botschaft-belarus-bonn-23525824259097744853-1120x746.jpg 1120w, https://www.dbg-online.org/wp-content/uploads/2026/03/1994-03-04-botschaft-belarus-bonn-23525824259097744853.jpg 2000w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



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<p class="has-text-align-center wp-block-paragraph"><em>Fotos und Video aus dem Privatarchiv von Aleś Čajčyc</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Da Bonn bis zur Wiedervereinigung Deutschlands 1990 Sitz der Bundesregierung und des Auswärtigen Amtes war, befand sich die belarusische Außenstelle zunächst dort. Mit der Verlegung der deutschen Hauptstadt nach Berlin wurde auch die Botschaft von Belarus 1996 nach Berlin verlegt. Die Außenstelle in Bonn bestand noch bis 1999 und wurde danach geschlossen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bundesrepublik Deutschland unterhielt seit dem 4. Oktober 1990 ein Generalkonsulat in Minsk. Dieses wurde am 13. März 1992 in eine Botschaft umgewandelt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Eröffnung der Botschaften und die fortlaufende diplomatische Präsenz symbolisieren die wachsende Zusammenarbeit zwischen Belarus und Deutschland in Politik, Wirtschaft und Kultur. Sie legten den Grundstein für den regelmäßigen Dialog und die Entwicklung der bilateralen Beziehungen im europäischen Kontext.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>3. März 1890: Lavon Zajac – ein belarusischer Diplomat und Brückenbauer zwischen Belarus und Deutschland</title>
		<link>https://www.dbg-online.org/aktuelles/belarus/3-maerz-1890-lavon-zajac-ein-belarusischer-diplomat-und-brueckenbauer-zwischen-belarus-und-deutschland/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Aleś Čajčyc]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 03 Mar 2026 04:59:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Belarus]]></category>
		<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Deutsch-belarusische Beziehungen]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
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					<description><![CDATA[Am 3. März 1890 wurde Lavon Zajac geboren – einer der ersten belarusischen Diplomaten in Deutschland]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Am 3. März 1890 wurde Lavon Zajac (belarusisch: Лявон Заяц, in Quellen auch als Leonard Zayats/Zaiatz transkribiert) geboren – ein belarusischer Politiker, Diplomat, Publizist und Memoirenschreiber, dessen Lebenswerk eng mit den frühen Stationen der belarusischen Staatlichkeit und mit Deutschland verbunden ist. An seinem Geburtstag erinnern wir an einen der prägenden Akteure der Weißruthenischen Volksrepublik und an die Rolle Berlins als wichtigen Ort der belarusischen Exilpolitik.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zajac erhielt seine Ausbildung in St. Petersburg, engagierte sich früh in der belarusischen Studentenbewegung und setzte sich schon vor dem Ersten Weltkrieg für belarusische Kultur und Identität ein. In den Wirren von 1917 gehörte er zu den Delegierten des Allbelarusischen Kongresses in Minsk, war Mitglied des Exekutivkomitees und übernahm zentrale Positionen im Volkssekretariat der neu gegründeten ersten belarusischen Republik – unter anderem als Leiter der Kanzlei, als Volkssekretär für Justiz und später als Staatskontrolleur.</p>



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<h2 class="wp-block-heading">Berlin 1919–1921: Diplomatie und Pressearbeit</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Für die deutsch-belarusischen Beziehungen ist besonders die politische Tätigkeit in Berlin hervorzuheben. Nach dem Vormarsch der Bolschewiki war Berlin zwischen 1919 und 1921 ein zentraler politischer Raum für die belarusische Exilbewegung. Lavon Zajac leitete die Diplomatische Mission der BNR in Deutschland und versuchte, die belarusische Sache inmitten der komplexen europäischen Nachkriegsordnung sichtbar zu machen.</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="588" src="https://www.dbg-online.org/wp-content/uploads/2025/08/misija-bnr-berlin-1919-1024x588.jpg" alt="" class="wp-image-5815" srcset="https://www.dbg-online.org/wp-content/uploads/2025/08/misija-bnr-berlin-1919-1024x588.jpg 1024w, https://www.dbg-online.org/wp-content/uploads/2025/08/misija-bnr-berlin-1919-300x172.jpg 300w, https://www.dbg-online.org/wp-content/uploads/2025/08/misija-bnr-berlin-1919-768x441.jpg 768w, https://www.dbg-online.org/wp-content/uploads/2025/08/misija-bnr-berlin-1919-1536x882.jpg 1536w, https://www.dbg-online.org/wp-content/uploads/2025/08/misija-bnr-berlin-1919-1120x643.jpg 1120w, https://www.dbg-online.org/wp-content/uploads/2025/08/misija-bnr-berlin-1919.jpg 2000w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption"><em>Mitarbeiter der diplomatischen Mission der Weißruthenischen Volksrepublik in Berlin, 1919. Lavon Zajac ist dritter von Links in der ersten Reihe</em></figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Im Oktober 1920 nahm Zajac eine weitere bedeutsame Aufgabe in Berlin wahr: Nach über einem halben Jahr Unterbrechung wurde die Tätigkeit des Belarusischen Presse-Büros wieder aufgenommen, dessen Leitung zeitweise Zajac übertragen wurde. Dieses Presse-Büro begann erneut mit der Herausgabe von Informationsbulletins in Koordination mit belarusischen Missionen in den baltischen Staaten. Die Bulletins des Berliner Presse-Büros der BNR waren für die deutsche Öffentlichkeit, für die Presse und für staatliche Institutionen eine wichtige und kompetente Informationsquelle über die politische Lage in Belarus und über das Ringen um Unabhängigkeit. In einer Zeit, in der viele europäische Entscheidungsträger nur wenig Kenntnis über die belarusischen Bestrebungen hatten, trugen diese Publikationen wesentlich zur Sichtbarkeit der belarusischen politischen Bewegung bei.</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-full is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" width="808" height="450" src="https://www.dbg-online.org/wp-content/uploads/2026/02/vizytouka-zajac.jpg" alt="" class="wp-image-6175" style="aspect-ratio:1.7956091744406257;width:375px;height:auto" srcset="https://www.dbg-online.org/wp-content/uploads/2026/02/vizytouka-zajac.jpg 808w, https://www.dbg-online.org/wp-content/uploads/2026/02/vizytouka-zajac-300x167.jpg 300w, https://www.dbg-online.org/wp-content/uploads/2026/02/vizytouka-zajac-768x428.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 808px) 100vw, 808px" /><figcaption class="wp-element-caption"><em>Visitenkarte von Lavon Zajac</em></figcaption></figure>



<h2 class="wp-block-heading">Weitere Stationen und Rückkehr in die Sowjetunion</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Zajac blieb auch nach dem Ende seiner Tätigkeit in Berlin politisch aktiv. Er war Teilnehmer der internationalen belarusischen Konferenzen und trat für die Anerkennung eines unabhängigen, unteilbaren Belarus ein. Zwischen 1921 und 1923 gehörte er verschiedenen Exilregierungen und Gremien der BNR in Prag und Kaunas an und arbeitete weiterhin als Publizist.</p>



<p class="wp-block-paragraph">1926 entschied sich Zajac zur Rückkehr nach Minsk, damals unter sowjetischer Kontrolle und Hauptstadt der Belarusischen Sozialistischen Sowjetrepublik, in der Hoffnung, unter veränderten politischen Bedingungen in der Sowjetunion weiter für sein Heimatland wirken zu können. Diese Hoffnung wurde tragisch enttäuscht: Er geriet in die stalinistischen Säuberungen der frühen 1930er Jahre, wurde im Zuge einer konstruierten Affäre verhaftet, verurteilt und nach Ufa in Russland verbannt. Am 23. September 1935 starb Lavon Zajac im Gefängnis. Erst 1988 wurde er posthum rehabilitiert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am Geburtstag von Lavon Zajac erinnern wir an einen Mann, der nicht nur die belarusische Unabhängigkeitsbewegung prägte, sondern auch die frühen Verbindungen zwischen Belarus und Deutschland mitgestaltete – trotz der politischen Turbulenzen, trotz des Exils und trotz der Repressionen, denen er zum Opfer fiel.</p>
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