80. Jahrestag der Befreiung von Belarus

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Erklärung des Vorstands der dbg zum 3. Juli 2024, dem 80. Jahrestag der Befreiung des Landes von der deutschen Besatzung

Erklärung und Appell der deutsch-belarusischen gesellschaft

Am 3. Juli 1944 wurde Minsk, die Hauptstadt der ehemaligen Belorussischen Sowjetrepublik und der heutigen Republik Belarus, von der deutschen Besatzung befreit. An diesem Datum wird offiziell die Befreiung des gesamten Landes gefeiert.

Im Zweiten Weltkrieg kam mehr als ein Viertel der Bevölkerung der damaligen Belorussischen Sowjetrepublik ums Leben. Die deutschen Besatzer verübten auf ihrem Territorium unzählige Verbrechen, massiven Terror gegen die Zivilbevölkerung und den Mord an der jüdischen Bevölkerung.

Wir gedenken der zahlreichen Toten, die dieser Krieg gefordert hat, und würdigen in Dankbarkeit den bedeutenden Beitrag des belarusischen Volkes zum Sieg über den Nationalsozialismus.

Die Bürgerinnen und Bürger der Bundesrepublik Deutschland stehen in der bleibenden Verantwortung für die Folgen dieser von Deutschen in unserem Nachbarland begangenen Verbrechen. Die deutsch-belarusische gesellschaft e.V. tritt dafür ein, die langfristigen Folgen der deutschen Besatzungszeit für das belarusische Volk zu mildern und die Erinnerung an die verübten Verbrechen zu bewahren.

Die Befreiung vom NS-Terror brachte dem Land im Jahr 1944 jedoch keine Freiheit. In den folgenden vier Jahrzehnten stand es als Teil der UdSSR weiterhin unter der repressiven, jede kulturelle Eigenständigkeit unterdrückenden sowjetischen Herrschaft.

Mit der Gründung der unabhängigen Republik Belarus im Jahr 1991 folgte eine kurze Periode demokratischen Aufbruchs, die wenige Jahre nach der ersten Wahl von Aliaksandr Lukashenka (1994) endete.

Die repressive Herrschaft des belarusischen Machthabers hält unvermindert an. Sie hat mit den gefälschten Wahlen im Jahr 2020 und der gewaltsamen, bis heute andauernden Unterdrückung der Proteste ihren bisher brutalsten Ausdruck gefunden. Viele Bürgerinnen und Bürger von Belarus mussten deshalb im Exil Sicherheit suchen.

Wir nehmen unsere bleibende Verantwortung wahr, indem wir nach Kräften dazu beitragen, Belarus den Weg zu einem freien demokratischen Land in Europa zu ebnen.

Wir appellieren an unsere Mitbürgerinnen und Mitbürger, die belarusische Zivilgesellschaft dabei zu unterstützen, totalitäre Strukturen zu überwinden, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit zu schaffen, die kulturelle Eigenständigkeit und Selbstbestimmung zu fördern sowie gutnachbarschaftliche Beziehungen im gegenseitigen Respekt zu entwickeln.